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FT-891, KX2 & DV4mobile: Die Hamvention „Überraschungen“

Anfang Mai wurde mancherorts spekuliert, ob Yaesu mit einem Nachfolger für den FT-817 aufhorchen lassen würde – aus den technischen Daten, die aufgrund der FCC Zulassung für den FT-891 bekannt wurden, hatten einige geschlossen, dass dem so sein könnte.  Ich habe in diesem Blog damals schon den Verdacht geäußert, dass es sich nicht um einen Nachfolger für den FT-817, sondern um einen Mobiltransceiver handeln würde (und damit einen Nachfolger für den FT-857) – und damit sollte ich recht behalten.

In Dayton wurde anlässlich der Hamvention der FT-891 der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich um den bisher kleinsten 100W Kurzwellen-Transceiver – zwar inklusive 6m-Band, aber leider ohne 2m und 70cm, und damit nicht ganz mit seinem Vorgänger vergleichbar. Was des weiteren unangenehm auffällt: ein Ruhestrom im Empfangsbetrieb von 2A – damit ist de facto an echten Portabelbetrieb nicht zu denken. Als Heimstation ist der kleine Formfaktor nicht unbedingt ein Vorteil (dankenswerterweise hat Yaesu dem Winzling wenigstens ein brauchbar großes Display spendiert, was der Vorgänger nicht hatte). Damit bleibt tatsächlich nur der sinnvolle Einsatz als Mobilstation (bzw. als Fieldday-Station dort, wo eine leistungsfähige Stromversorgung gegeben ist). Man wird sehen, ob so ein Konzept wirklich erfolgsträchtig sein kann…. Über den Preis ist derzeit noch nichts bekannt, er wird wohl zwischen 700 und 900 € liegen.YAESU_FT-891

Nähere Infos zu diesem KW-Transceiver gibt es auf der Yaesu Website und auf dem qrp-Blog von YO9IRF.

Hatte es also in Bezug auf Yaesu schon vor der Hamvention Spekulationen gegeben, so tauchte Elecraft dort tatsächlich mit einer unerwarteten Überraschung auf, nämlich dem KX2, einem extrem miniaturisierten KW Transceiver für Portabelbetrieb (80 – 10 m). Im Vergleich zum KX3 fällt das Fehlen des 160m und des 6m Bandes auf, sowie das Fehlen einer VHF Option. Dafür ist das Gerät unwahrscheinlich klein und leicht, hat dabei aber doch an die 10W Ausgangsleistung, und das mit eingebautem Akku bis zu 8 Stunden lang! Für alle jene, die bei SOTA oder GMA ohnedies am liebsten Kurzwelle machen, ein Traumgerät – allerdings (wie von Elecraft gewohnt) zu einem nicht unerheblichen Preis: Grundgerät 750 US$ – addiert man ein paar Optionen wie den Antennentuner, ein externes Handmikrofon, und die CW Paddles, sowie Akku und Ladegerät, samt einem Etui in das das alles schön hinein passt, muss man gleich noch einmal gut 500 US$ dazu tun – und das ist doch ganz schön viel Aufwand für eine Miniatur-SOTA-Station!kx2_large

Näheres zum HF-Zwerg auf der Website von Elecraft.

Eine dritte Gerätevorstellung möchte ich hier auch noch erwähnen, diese für die Fans von digitalen Sprachbetriebsarten auf den kürzeren Wellenlängen (VHF, UHF). Es handelt sich dabei um jenes Gerät, das beim Grandsbergtreffen Anfang Mai erstmals im Konzept vorgestellt wurde (wir haben berichtet), und von dem in Dayton ein echter Prototyp gezeigt wurde: der DV4mobile Transceiver (ursprünglich auch als „New Radio“ vorgestellt). Dieses Gerät, das gegen Jahresende im Handel verfügbar sein wir, ist ein Dreiband-Transceiver (2m, 1.5m und 70cm), der praktische alle üblichen Digital Voice Modes beherrscht: C4FM, D-Star, DMRplus, dPMR, P25 – später auch NXDN via Software Update -, Voice over LTE (dh. man kann über eine LTE Verbindung eines Mobilfunkbetreibers einen Reflektor erreichen), und natürlich auch FM! Das Ganze mit 2 x 20 W Ausgangsleistung. Zusätzlich ist ein GPS Modul verbaut – alle Repeater in der Umgebung werden automatisch konfiguriert, Codeplug Programmierung soll damit der Vergangenheit angehören! Dass dieser Spaß nicht billig sein wird, ist klar, genaue Preisvorstellungen gibt es allerdings noch nicht.DV4mobilecropped

Infos zur „Digital-Multimode-eierlegenden Wollmilchsau“ (hi)  auf der Seite des Herstellers, Wireless Holdings.

Alle drei hier vorgestellten Geräte wird man natürlich auch auf der Ham Radio in Friedrichshafen bestaunen (und, ich nehme an, auch vorbestellen) können!

Funkamateur seit 1967 (Lizenzprüfung ohne Morsen) bzw. 1968 (Morseprüfung). 1st QSO 20.7.1968. Nach vielen sehr interessanten Berufsjahren in IT und Informationssicherheit (in sehr internationalem Umfeld) nun im Ruhestand, wo mehr Zeit bleibt für die diversen Hobbies. Neben dem Amateurfunk sind das u.a. Photographie, Malen, Singen, Reisen, Camping & Wandern.

1 Kommentar

  1. Markus Opitz

    Ein toller Bericht über Neuigkeiten im Amateurfunk. Gefällt mir sehr gut. Macht weiter so!
    Herzliche 73 de DO3FMO, Markus

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