Interviews

Interview mit unserem neuen Autoren Peter (DL4ABB)

Von Zeit zu Zeit stelle ich euch hier in diesem Blog interessante Funkamateure in einem Interview vor. Die Fragen ähneln sich häufig, doch die Antworten sind so vielfältig wie der Amateurfunk selbst. Das ist beim Interview mit Peter (DL4ABB) natürlich auch so 😉

Peter hat sich übrigens bereit erklärt, ab und zu einen Artikel hier im Blog zu veröffentlichen. Den ersten Artikel über den Längstwellensender in Grimeton hast du vielleicht sogar schon gelesen?

Peter, kannst du dich selbst mit eigenen Worten für unsere Leser vorstellen?

Meine Erstlizensierung geschah im Frühjahr 1988 als DG4AAD. Nach einem ausgiebigen Morsetelegrafie Studium bei Werner (DK6AP) hatte ich für 3 Monate das Rufzeichen DH6AAA. Im Juni 1990 habe ich dann noch mal etwas Speed zugegeben und nach erfolgreicher CW-Prüfung mein heutiges Rufzeichen DL4ABB erhalten. In dieser Zeit war ich DARC Mitglied im OV H33 in Salzgitter und recht aktiv in SSB und CW auf allen Bändern. Die Wellen des Lebens trieben mich hin und her und spülten mich an so manchen Strand. Des öfteren war dort kein Funkbetrieb möglich, Sodas etliche, größere Aktivitätslücken entstanden. Anfang 2012 habe ich wieder ganz von vorn angefangen und mir eine KW- und UKW Station, sowie die zugehörigen Antennen neu angeschafft, aufgebaut und in Betrieb genommen. Ich nutze die Gaben der heutigen Zeit und bin dadurch registrierter Nutzer bei QRZ.com und ausgerüstet mit eQSL und Onlinelog. Meine Lieblingsbetriebsart ist CW und ich mache sehr gerne Outdoorbetrieb.
In der übrigen Freizeit ziehe ich nebenbei als freelance Folksinger mit Gitarre und Mundharmonika durch unser und andere Länder.

Wie bist du zum Amateurfunk gekommen und was begeistert dich an diesem Hobby?

Mit 51 Jahren gehöre ich zu den jüngeren Funkamateuren (Hi). Meine Amateurfunklizens machte ich Anfang der 80´er Jahre in Braunschweig bei der damaligen Oberpostdirektion. Damals gab es 3 Lizensierungsklassen – C, A und B. C war die kleinste und berechtigte lediglich UKW Betrieb. Die damalige A Klasse kann mit der heutigen DO Lizens verglichen werden und die damalige B Klasse ist vergleichbar mit der heutigen A Klasse. Damals mußte man für die A und B Klasse noch eine Morsetelegrafie Prüfung ablegen.
Zum Amateurfunk bin ich, wie so viele andere Funkamateure auch, über den CB Funk gekommen. Schon damals hatte mich das Hobby fasziniert. Bereits in dieser frühen Zeit entdeckte ich meine Neigung zum Antennen bauen. Während andere zu Coca Cola, Sepp oder Funkelektronik Wolter gegangen sind, um sich Antennen zu kaufen, bin ich in den Baumarkt gegangen und deckte mich mit Aluminium Rundmaterial ein. Zur damaligen Zeit, als ich Funkamateur wurde, gab es noch kein Internet oder Telefone, die man in die Tasche stecken konnte. Der Amateurfunk war eine geniale Art mit anderen Menschen aus allen Teilen der Erde zu kommunizieren. Das konnte mit wenigen Mitteln bewirkt werden. Selbstbau war angesagt, weil Geräte sehr teuer waren. Heute nennt man das QRP und MAS. Mein erstes richtiges Amateurfunkgerät war die komplette Yaesu Line FT-107M in weiß! Unter Dach hatte ich eine W3DZZ, die im 8. Stock (Trockenraum) eines Hochhauses sehr gut funktionierte. In dieser Zeit habe ich die meisten meiner Länderkontakte getätigt.

Welche Betriebsart interessiert dich am meisten? Was sind die Gründe dafür?

Meine Lieblingsbetriebsart ist natürlich die Morsetelegrafie „CW“. Es ist die erste digitale Betriebsart überhaupt, sozusagen der „Urknall des Internets“. Wenn alle elektronischen Decodierungsverfahren auf Grund von Störungen oder ähnlichen versagen, dann kann das menschliche Ohr immer noch hören. Die Mittel sind denkbar einfach. Schon mit einer Handvoll Bauteilen ist es möglich einen Minimaltranceiver zu bauen und in CW QRV zu werden (MAS Tranceiver – Minimal Art Session) Ich selbst besitze so ein Teil mit nur 39 Bauteilen. natürlich verschließe ich mich nicht den modernen Betriebsarten wie SSB, PSK, JT65 oder C4FM. Mein derzeitiger Transceiver ist der neue FT-991 von Yaesu.

Der Yaesu FT-991 ist ja ziemlich neu. Wie sind deine Erfahrungen mit dem Gerät. Was gefällt dir gut und was hätte Yaesu aus deiner Sicht besser machen können?

Über meine Erfahrungen mit dem Yaesu FT-991 habe ich im Isetal Amateurfunk-Forum einen ausführlichen Bericht verfasst, der den Rahmen des Interviews sprengen würde. Also am besten einfach dort nachlesen 🙂

Welche Tipps gibst du Neulingen mit auf den Weg?

Mein Tipp für Neulinge ist: „Nicht viel Fragen….sondern Machen, Probieren, dadurch Erfahrungen sammeln.“ Der Amateurfunk ist auch heute noch ein „wissenschaftlicher Experimentalfunkdienst.“ Meine Erfahrung hat ergeben, das es sinn macht sich einer Gruppe von Gleichgesinnten anzuschließen. Dann macht das Hobby gleich viel mehr Spaß und man blickt etwas über den Tellerrand. Man profitiert von anderen Erfahrungen und Meinungen.

Ich arbeite in einem IT-Systemhaus und bin überwiegend mit der Administration von Mail-Servern beschäftigt. Derzeit beschäftige mich viel mit VHF/UHF, APRS und HAMNET. Darüber hinaus sammle ich Erfahrungen im Antennenbau.

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