Selbstbau

GPS-Extender für Innenräume

In meinem Youtube-Channel DD0UL QTC zeige ich die Funktionsvielfalt des Kenwood Duobander TH-D74. Schade nur, dass im improvisierten Aufnahmestudio kein GPS-Empfang möglich ist – wird doch das TH-D74 erst durch GPS so richtig schön. Da die GPS-Antenne im Funkgerät selbst verbaut ist nutzt auch eine externe Antenne nicht um meinen Zuschauern zeigen zu können, wie die “Nearby Repeater”-Funktion, das GPS-Tracking oder APRS funktionieren.

Schemazeichung GPS Extender

Basis meines Setups um das GPS-Signal der Satelliten in das Studio zu “verlängern” ist eine GPS-Antenne mit integriertem Empfangsverstärker, bei eBay für 8,50 Euro zu bekommen. Die Antenne selbst wird aus dem Fenster gehängt, das dünne Koaxialkabel kann problemlos in der Gummidichtung des Rahmens eingeklemmt werden. In der Bastelkiste fand sich ein LNA, vor Jahren für 30 Euro ebenfalls bei eBay gekauft. Der hat an Ein- und Ausgang bereits SMA-Buchsen, allerdings musste noch eine Phantomspeisung von 5V auf das Koaxialkabel zur GPS-Antenne, damit der dort eingebaute Vorverstärker seine Betriebsspannung bekommt. Zum Glück sind bei diesem LNA Entkoppelkondensatoren verbaut, sodass sich der Aufwand darauf beschränkte die Betriebsspannung des LNA von 12 Volt mit Hilfe eines 78L05 und einer kleinen Drossel an den Mittelpin der SMA-Buchse am Eingang zu löten. Vom Ausgang des LNA geht ein ausreichend langes Koaxialkabel unter den “Studiotisch”, wo eine Koppelschleife von ca. 20cm Durchmesser das Signal wieder abstrahlt.

Empfangene GPS-Satelliten mit und ohne GPS-Extender | CC0

Der Erfolg stellt sich kurz nach Einschalten des Netzteils ein: Sowohl das TH-D74 als auch das Navigationsgerät aus dem Wagen hatten plötzlich Empfang, ein Mobiltelefon mit einer GPS-Analyseapp zeigte den deutlich besseren Empfang sogar instantan an. Die bange Frage lautete jedoch: Gibt es vielleicht eine Rückkopplung auf einer anderer Frequenz? Denn das um rund 40dB verstärkte und wieder abgestrahlte Signal könnte ja von der aus dem Fenster hängenden Antenne aufgenommen werden und irgendwo im Frequenzspektrum innerhalb der -3dB Bandbreite des LNA zwischen 1 MHz und 2 GHz vor sich hin schwingen. Zum Glück zeigte eine Messung mit Hilfe eines RTL2832 Sticks über den ganzen Frequenzbereich keine Hinweise auf wilde Schwingungen.

In meinem nächsten Youtube-Video wird es irgendwie um GPS gehen – Empfang ist ja nun gegeben.

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Funkamateur seit 1985, ist fasziniert von digitalen Betriebsarten und dem "Selbstbaubetriebssystem" Linux mit seinen Möglichkeiten für den Amateurfunk. Mangels Antennenmöglichkeit in München meist nur am Urlaubs-QTH als F/DD0UL aktiv.

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