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Global Mountain Activity – Bergfunk ohne Wenn und Aber

Ich habe neulich das erste mal an einem Bergfunkprogramm teilgenommen und dabei einen Berg erfolgreich aktiviert. Bei Bergfunk denken die meisten sicherlich an SOTA oder an den sächsischen Bergwettbewerb. Da ich im Großraum Berlin wohne, habe ich keine SOTA-Gipfel und auch keine sächsischen Berge in der Nähe. Also habe ich das Bergfunkprogramm Global Mountain Activity (GMA) ausprobiert, bei dem die Auswahl an Bergen etwas größer ist und bei dem es auch kleinere Berge zu aktivieren gibt.

Bei GMA kann jede benannte Erhebung ab 100m über NN aktiviert werden. Erhebungen in dieser Größenordnung finden sich auch im Norden und im Osten Deutschlands. Die Referenznummern unterscheiden sich von anderen Berfunkprogrammen und beginnen mit dem Präfix DA. Im übrigen sind auch die Referenzen von anderen Bergprogrammen gültig für das GMA. Wer also beispielsweise SOTA macht, kann gleichzeitig bei GMA Punkte sammeln.

Eine Karte sowie eine Liste mit Erhebungen gibt es auf der Webseite cqgma.de unter Geo-Download. Besonders praktisch ist, dass die Daten dort als KML und GPX Dateien bereit stehen, denn GPX-Dateien können ohne Probleme auf Outdoor-Navigationsgeräten genutzt werden. Ich habe mir also gleich die Datei für die Region Norddeutschland (DA/ND) auf meinen GPS-Handheld gespielt.

Meine erste Aktivierung hat sich dann zudem ganz gut in meinen Arbeitsalltag integriert. Ich bin einfach nach meinem Kundentermin an den nächsten Berg gefahren und hochgewandert. Innerhalb von ein paar Minuten war dann mein Dipol in der Luft und bereits nach dem ersten CQ-Ruf bekam ich eine Antwort.

Für die Aktivierung einer Erhebung sind – wie bei SOTA – vier QSOs mit unterschiedlichen Rufzeichen auf der Gegenseite nötig. QSOs mit anderen Aktivierern auf dem gleichen Gipfel zählen nicht. Der Aufstieg zum Gipfel muss aus eigener Kraft erfolgen. Die ausführlichen Regeln für Aktivierer und auch für Jäger können in dieser PDF nachgelesen werden.

Was mir an Bergfunkpogrammen gefällt ist, dass man als Aktivierer eben draußen in der freien Natur ist. Reinen Funkbetrieb könnte ich auch in der Klubstation machen, aber bei solchen portablen Aktivitäten gibt es eben einfach mehr zu erleben. Außerdem kann man bei solchen Aktivierungen schön seine Ausrüstung testen und optimieren. Für mich liegt der Reiz dabei in der Kombination aus sportlicher Betätigung, dem Naturerlebnis und der technischen Experimentierfreude. Und meine pfadfinderischen Skills in Sachen Navigation mit Karte und Kompass werden auch wieder aufgefrischt.

10 Kommentare zu “Global Mountain Activity – Bergfunk ohne Wenn und Aber

  1. Was ist bei einer erstmaligen Aktivierung, wenn der Berg noch keine Kennung hat?
    Muss man den Berg vorher zur DB hinzufügen?
    Oder spielt das für die erste Aktivität auf dem Berg selbst keine Rolle?
    73!
    DL4DE

    • Wenn der Berg keine Kennung aus einem anderem Programm hat, dann muss er angelegt werden. Das kann man auf CQGMA.de selbst machen, wenn man die Voraussetzungen erfüllt. Diese sind laut Webseite:

      • Du brauchst mindestens 3 Aktivierungen
      • oder Du brauchst mindestens 10 Aktiviererpunkte
      • oder 30 Jägerpunkte
      • Du musst mindestens eine Woche Deinen GMA-Zugang haben

      Zumindest der letzte Punkt ist bei mir bereits erfüllt, aber ich kann es dennoch nicht. Aber man kann auch einfach an das Support-Team von CQGMA.de schreiben und die Berge eintragen lassen. Dazu dann einfach den Gipfel mit GPS-Koordinaten übermitteln.

      Ich habe das gestern Abend getan. Und warte nun auf den Eintrag von sechs Erhebungen.

    • Also ich würde sagen, dass ein Berg vor jeglicher Aktivierung erst einmal in der Datenbank sein muss. Es gibt gewisse Regeln (z.B. namentliche Nennung des Berges auf einer Landkarte), wann ein Berg eingetragen werden kann.
      Ich habe schon einen kleinen Berg angelegt, der bei mir in der Nähe ist. Ich bin dort hin, habe per GPS die genauen Positionsdaten und die Höhe notiert, ebenfalls den Namen wie er in einer Landkarte hinterlegt war und ihn dann in die GMA Datenbank eingetragen. Erst hinterher habe ich – mit der dann vorhandenen Referenz-Nr. – den Berg aktiviert.

      • Hi Chris, bei GMA kannst du erst funken und dann anlegen und du bekommst trotzdem deine Punkte, wenn dir mindestens 4 QSOs gelungen sind. Für die Chaser ist das natürlich uninteressant, da sie ja mangels Referenz nichts von deiner Aktivierung wissen können. Ich selbst habe Punkte bei GMA bekommen für Verbindungen, welche ich vor Anlegung als Referenz gemacht habe. Bei SOTA geht das nicht. 73 de John (SOTA Regional Manager DM/SR & DM/RP)

  2. Pingback: Global Mountain Activity – Bergfunk ohne Wenn und Aber – dxradio.de

  3. Hi! Ich verfolge diesen Blog sehr gerne über Feedly. In welchen Betriebsarten auf welchen Bändern aktivierst du die Berge?

    Viele Grüße!

    • Hi Thomas,

      ich mache in PSK31 oder PSK63 Betrieb auf Kurzwelle (20m und 40m) und habe nebenbei noch das Handfunkgerät in VHF und UHF via FM laufen.

      73 de Silvio

  4. Welches Equipment nutzt du für PSK31?

    • Hi Tom,

      hier meine Ausrüstung. Dazu verwende ich die folgende Software.
      Wenn ich allerdings viel Strecke mit Muskelkraft zurücklegen muss, dann packe ich meine Ausrüstung so um, dass ich nicht alles mitnehmen muss.

      Am Desktop nutze ich auch FLDigi, jedoch unter Linux.

      73, Silvio

  5. Hi Silvio!

    Danke für deine Antwort. Portabler Draußenfunk ist doch einfach schön. Leider muss ich noch ein bißchen lernen bis zur DO-Lizenz, aber man kann ja schon mal Infos aufsaugen.

    Danke und viele Grüße!

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