Allgemein Selbstbau

Flexibles Laden von Handfunkgeräten

Handfunkgeräte kommen üblicherweise mit einem Steckernetzteil zum Laden des eingebauten Akkus. Je nach Gerät haben diese Steckernetzteile meist 6 oder 12 V Ausgangsspannung. Für viele andere Kleingeräte (zB. Handys) hat sich der USB Standard mit 5 V durchgesetzt, im KfZ hat man üblicherweise 12-13 V zur Verfügung, Netzteile für Amateurfunkgeräte liegen auch oft in diesem Bereich.

Ärgerlich ist, dass man für das Handfunkgerät dann immer noch das Steckernetzteil mitnehmen muss, obwohl man vielleicht eine leistungsfähige USB Stromversorgung mit dabei hat, oder ein anderes Netzteil, oder eben die Stromversorgung des Autos nutzen möchte.

In meinem Fall wollte ich ein Subminiatur-Handfunkgerät (Zastone ZT-2R+, absolut baugleich mit Yaesu VX-2R) mit meinem USB Lader betreiben – und das geht auch, da der tolerierbare Spannungsbereich für dieses Gerät 3,2 – 7,0 V ist. Der Akku wird allerdings erst ab einer Spannung von 5,5 V geladen, das geht mit der USB Spannung leider nicht. Andererseits wäre es auch schön, das Gerät im Auto aufladen zu können (ohne dafür wieder ein teures Kabel kaufen zu müssen, welches es natürlich sowohl von Yaesu als auch von Drittanbietern gibt).

Ich bin dann zufällig über einen sogenannten „Step Up / Step Down“- Konverter gestolpert – diese Teile werden vornehmlich zusammen mit Solarpaneelen eingesetzt, die ja über einen sehr hohen Ausgangsspannungsbereich verfügen, je nach Sonneneinstrahlung. In China gibt es die für einen Preis unter 5 € (Porto kostenlos; ich habe hier bei eBay bestellt). Dieser Konverter liefert eine konstante Ausgangsspannung (mit Präzisionspoti einstellbar von 1,25 – 26 V), wobei die Eingangsspannung beliebig irgendwo zwischen 3,5 und 28 V liegen darf. Stelle ich also in meinem Fall die Ausgangsspannung auf 6 V ein, kann ich den Konverter sowohl an einer 4,5 V Taschenlampenbatterie betreiben, an einer 5V USB Stromquelle, oder aber auch an der Autobatterie oder einem 13,6V Funkgeräte-Netzteil, ja sogar eine LKW Batterie könnte verwendet werden.

Der Konverter liefert bis zu 3 A Strom, wobei man bei mehr als 1 A unbedingt einen Kühlkörper vorsehen sollte; bis zu einem knappen Ampere Ladestrom reicht die Kühlung über die Kupferfläche der Platine aus. Man darf nicht vergessen, dass der Gesamtwirkungsgrad nur bei etwa 50% liegt (jeweils 70-80% für den step-up und den step-down Regulator – diese sind im Übrigen die bewährten Modelle  LM2577S und LM2596S).

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Der Steu Up/Step Down-Konverter in einem kleinen Gehäuse mit kurzen Kabelstücken.

Nach der für China-Importe obligaten längeren Wartezeit von etwa 3 Wochen kam der Konverter an und wurde von mir in ein kleines Plastikgehäuse eingebaut. Zwei kurze Kabelstücke (verwendet wurde ein billiges USB Kabel) sind angeschlossen, eines gleich mit dem USB Stecker für den Eingang, das andere am Ausgang mit dem Hohlstecker für das Funkgerät. Ich werde jetzt noch passende Adapter bauen (Zigarettenanzünder auf USB Buchse, sowie Büschelstecker und schließlich XT60 auf USB Buchse – auf diese im Modellbau sehr gebräuchliche Norm rüste ich nun alle meine Niederspannungsgeräte um, die sind billiger und leichter beschaffbar als die Anderson Powerpoles, sind verpolungssicher und können auch bis 60 A vertragen).

Funkamateur seit 1967 (Lizenzprüfung ohne Morsen) bzw. 1968 (Morseprüfung). 1st QSO 20.7.1968. Nach vielen sehr interessanten Berufsjahren in IT und Informationssicherheit (in sehr internationalem Umfeld) nun im Ruhestand, wo mehr Zeit bleibt für die diversen Hobbies. Neben dem Amateurfunk sind das u.a. Photographie, Malen, Singen, Reisen, Camping & Wandern.

2 Kommentare

  1. hallo,

    stört der Konverter oder ist de HF-technisch sauber?

    73 de Jürgen, DL8MA

    • Jürgen,
      ich habe mir das mit meinem FT-817 mit kurzer Antenne angesehen. Wenn ich direkt mit der Antenne parallel zum Kabel gehe, wird eine Störung hörbar (auf 3,5 MHz lauter als auf 28 MHz), das S-Meter zeigt aber noch nichts an. Grundsätzlich arbeiten die Konverter bei 150 kHz, und ein gewisser Oberwellenanteil ist sicher dabei. Ist aber, wie gesagt, nicht sehr schlimm. Ggf. könnte man das noch mit Einbau in ein Metallgehäuse und Ferriten an Ein- und Ausgang komplett weg bekommen.

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