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RTL-SDR unter Android nutzen

Die Welt der Software-Defined-Radios kann man nicht nur auf dem Desktop oder dem Laptop entdecken, denn auch die Smartphones von heute sind leistungsfähig genug um als SDR zu dienen. In diesem Beitrag zeige ich euch, welche Hardware und Software ihr benötigt, um aus eurem Android-Smartphone ein SDR zu machen.

Hardware

  • gerootetes Smartphone oder Tablet mit Android als Betriebsystem
  • RTL-SDR Stick
  • OTG USB-Kabel*

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Bevor ihr anfangt, solltet ihr abklären ob OTG von eurem Gerät unterstützt wird. Ich selbst bin bei meinem Nexus 4 davon ausgegangen, dass es funktioniert und musste etwas nachhelfen um OTG zu aktivieren.

Darüber hinaus solltet ihr prüfen, ob euer Stick unterstützt wird. Sofern ihr den Stick schon am PC als SDR verwendet habt, sollte er auch auf eurem Tablet oder Smartphone als SDR funktionieren. Wenn ihr noch keinen Stick habt und unsicher seid, welchen ihr kaufen sollt, dann informiert euch bitte in dem hier verlinkten Artikel über die unterschiedlichen Tuner-Chips.

Jetzt bitte nicht gleich das nächst billige OTG-Kabel bestellen. Seid euch darüber im Klaren, dass euer Android-Device den SDR-Stick mit Strom versorgen muss. Das können nicht alle Geräte und selbst, wenn sie es könnten, würde euch der SDR-Reciever den Akku leer saugen. Schafft euch also bitte gleich ein OTG-Y Kabel* an. Damit könnt ihr eine externe Spannungsquelle anschließen. Mein Nexus 4 kann den Stick nicht mit Strom versorgen.

Software

Nachdem die Voraussetzungen auf der Hardwareseite geklärt sind, beschäftigen wir uns mit den Anforderungen im Bereich Software. Um den Stick unter Android zum Laufen zu kriegen, müssen wir den RTL2832U Treiber installieren. Dieser ist freie Software und kostenlos in Googles Playstore verfügbar. Neben dem Treiber wird die App SDR-Touch benötigt um den Stick zu nutzen. Diese App gibt es als kostenlose Variante mit einigen Einschränkungen. Eine Funktionserweiterung kann man sich mit einem zusätzlichen Key erwerben.

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SDR Touch lässt sich intuitiv bedienen und bietet über ein übersichtliches Menü Zugriff auf alle wichtigen Funktionen. Darüber hinaus werden sämtliche gängigen Modulationsarten unterstützt.

Fazit: Ich habe SDR Touch mit einer kleinen Breitbandantenne im Zimmer getestet. Mit starken Radiosendern habe ich hier einen sehr guten Empfang gehabt. Damit SDR Touch einen Funkscanner ersetzt, würde ich mir noch eine Scanfunktion wünschen. Anonsten ist das Programm durchaus sehr durchdacht und bedienerfreundlich. Ob der relativ hohe Preis für den Key gerechtfertigt ist, muss jeder für sich entscheiden.

Ich arbeite in einem IT-Systemhaus und bin überwiegend mit der Administration von Mail-Servern beschäftigt. Derzeit beschäftige mich viel mit VHF/UHF, APRS und HAMNET. Darüber hinaus sammle ich Erfahrungen im Antennenbau.

18 Kommentare zu “RTL-SDR unter Android nutzen

  1. Pingback: Wochenrückblick KW 6 › HAMSPIRIT.DE

  2. wenninger xaver

    Hallo,
    könnten wir bezüglich wegen sdr-rtl stick telefonisch Kontakt aufnehmen?

    • Hallo Xaver,

      bitte formuliere deine Fragen schriftlich als Kommentar unter diesem Artikel. So können die Fragen durch einen Autoren oder einen Leser beantwortet werden.

      Darüber hinaus haben auch die anderen Leser etwas von den Antworten.

      Viele Grüße

      Silvio

  3. wenninger xaver

    sehr geehrte Damen und Herren
    könnten wir telefonischen kontakt aufnehmen?

  4. Wolf, DL4WO

    Hallo Silvio,
    wie hast du dein Smartphon gerootet? Und mit welchem Trick hast du es OTG-fähig gemacht?
    Ich will ein ACER Z130 nutzen um eine 30dB Rauschquelle auf 2m zu orten…
    73 de Wolf

    • Hi Wolf,

      als ich den Artikel schrieb hatte ich ein Nexus 4. Damit dort OTG lief brauchte es nicht nur Root-Rechte, sondern auch einen Kernel, der OTG unterstützt. Ich hatte bei XDA-Developers einen Kernel für Cynaogenmod gefunden mit dem das ganz gut ging.

      Bei deinem Gerät, würde ich zuerst diese Methode durchackern: http://www.android-hilfe.de/thema/howto-acer-liquid-z3-z130-rooten.467023/

      Zum Thema OTG habe ich dein Gerät auch kurz gegoogelt. Problematisch ist wohl der Bootloader. Du musst prüfen ob der offen ist, wenn ja dann könnte man ein anderes System und/oder einen anderen Kernel drauf machen (sofern man einen passenden Kernel findet, weil man keinen anpassen kann/will).

      http://www.android-hilfe.de/thema/kernel-sourcen-fuer-acer-liquid-z3.523078/

      Bei deinem Gerät sieht es leider so aus, als wenn es nicht schnell und unkompliziert geht. Ich würde mir in deiner Situation lieber den Laptop schnappen und damit auf die Jagd nach dem Störer gehen.

      Falls du es unbedingt mit dem Z130 versuchen willst, solltest du im Forum XDA-Developers versuchen eine Lösung zu finden. Leicht wird es wohl nicht.

      73 de Silvio

  5. Wolf, DL4WO

    Hallo Silvio,

    danke für deine schnelle Antwort.
    Sieht ja für das Billiggerät nicht gut aus. Nix mit Plug-and-Play.
    Irgendwann muß sowieso etwas besseres her…
    In einer Hand den Laptop und in der anderen die HB9CV ist halt etwas unpraktisch. Schauen wir mal. Die BNetzA will auch auf die Suche gehen. Ich werde dich über die Ergebnisse informieren.

    73 de Wolf

  6. Wolf, DL4WO

    Hi Silvio,
    den ersten Link kenne ich.
    Aber mit „SRSRoot-Software“ kommt man auf eine unsichere Seite, die von Firefox geblockt wird.
    Habe die Seite trotzdem geöffnet, aber nix geladen. Am nächsten Tag ließ sich Firefox nicht mehr starten und „Luke Filewalker“ fand 10 Viren…
    Werd die Finger davon lassen und den Laptop nehmen..

    nochmals 73 de Wolf

  7. Das Rooten ist nicht in jedem Fall nötig. Ich würde erst mal die kostenlose App aus dem Play Store installieren und das Ganze ausprobieren.

    Es gibt auch den umgekehrten Fall, dass ein Smartphone trotz Rooten nicht mitspielen will.

    Just for info: Der DX Patrol saugt rund 200 mA aus der USB-Leitung. Das verkraftet vielleicht ein Tablet, aber wohl kaum ein Smartphone.

    Im Vergleich dazu braucht ein SDRplay nur etwa 30 mA. Leider kenne ich keine App, die mit dem Android-Treiber des SDRplay kompatibel wäre.

  8. Rooten war nur notwendig, wenn man eine Androidversion hat, die kein USB-Host konnte, also 2.x. Bitte entfernen sie diese Information!

    • Ich schreibe keinen anderthalb Jahre alten Artikel um, weil jemand einen anonymen Kommentar absetzt. USB-Host können auch viele Geräte mit Android 4.x nicht.

      Der Kommentar von DL4NO ergänzt den Artikel wunderbar und geht auf den Sachverhalt ein.

  9. Pingback: Pi-in-the-Sky: SDR Sharp und DL-FLDIGI Im Einsatz - Merkbar.

  10. Hallo, ist es möglich einen stinknormalen DAB+-Stick(USB) mit dem RTL2832U+R820T2 Chipsatz, der momentan unter Windows läuft, unter Android zum laufen zu bringen?

  11. Sollte funktionieren, aber selbst ist der Mann!

    Ein USB-to-Go-Kabel ist sowieso eine sinnvolle Investition und mit vielleicht 3 EUR gerade noch aus der Portokasse zu finanzieren. Der USB-Stick ist schon da und die Demo-Versionen von SDRtouch und Wavesink gibt’s kostenlos im Playstore.

    Weil ich gerade hier am Schreiben bin: Zu SDRtouch gibt es mittlerweile auch einen Treiber für den SDRplay. Für mich tut er’s unter Android 6.

    • Selbst ist der Mann ist gut, wenn ich mich auskennen würde, dann würde ich hier nicht fragen. Wie bekomme ich den passenden Treiber (für Android ) auf den Stick?

  12. Probier’s doch ganz einfach so aus, wie ich das beschrieben habe. Mehr ist dazu höchstens dann zu sagen, wenn’s Probleme geben sollte.

    Kaputtgehen kann da nix. Schlimmstenfalls kannst Du das USB-to-Go-Kabel nur dazu nutzen, einen Speicher-Stick an Dein Android-Gerät anzuschließen.

  13. Hallo!
    Als neuer in der Smartphonegemeinde will ich eine vielleicht etwas dumme Frage stellen. Wenn ich mir nun SDR-Touch installiere und für den Key bezahle. Dann stellt sich für mich die Frage, falls ich die Software aus irgendeinem Grund deinstalliere, muss ich den Key bei jeder Neuinstallation wieder kaufen. Oder kann man das App später problemlos neu aufspielen?
    Ein falscher Handgriff .. und die Applikation ist weg. Dann will man wenigstens die Möglichkeit haben, um das App neu installieren zu können.
    Die Demoversion läuft im Grund genommen nicht schlecht. Mir fehlen allerdings einige Einstellmöglichkeiten. Die Bandbreite sollte man vielleicht durch Presets wählen können und die Möglichkeit haben mit einem Plus, Minus Button die Frequenz zu verändern. Die Bedienung ist so, wie sie ist unheimlich fummelig. Ansonsten ist es eine schön gemachte und grafisch ansprechende Software.

    Schöne Seite!
    Gruß
    Helmut

    • Hallo Helmut,

      einmal kaufen reicht, denn alle deine Käufe sind mit deinem persönlichen Google-Konto verknüpft. Du kannst ihn deinstallieren und wieder neu installieren, die Kaufoption wird dir gar nicht mehr angeboten mit deinem Google-Konto. Wenn du irgendwann das Gerät wechselst, musst du dein bestehendes Google-Konto auf deinem neuen Gerät einrichten. Dann kannst du alle bisher gekauften Programme und Keys auch wieder installieren.

      73, Silvio

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