Software

RTL-SDR – Software Grundausstattung

Der Wasserfall macht auch merkwürdige Sachen sichtbar

Nachdem ich ja schon über die Grundlagen der RTL-SDR und die Hardware geschrieben habe, will ich dieses Mal etwas auf die benötigte Software eingehen. Das hier wird zunächst ein Überblick, auf die jeweilige Empfangssoftware gehe ich dann nochmal gesondert ein und erkläre sie genauer.

 

SDR-Software

Eigentlich ist die Überschrift etwas doppelt gemoppelt, weil SDR schon für Software defined Radio steht, aber ich denke, so ist am ehesten verständlich, um was es geht.

Wie der Name sagt, wird ein Großteil der Empfängereigenschaften durch die verwendete Software bestimmt. Unsere Hardware sorgt also einfach gesagt nur dafür, dass der Rechner und die darauf installierte Software mit den hochfrequenten Daten umgehen kann. Über USB oder teilweise auch Ethernet kommen dann die Daten in einer lesbaren und genügend reduzierten Form in den Rechner, wo die Software zum einen für die Abstimmung des Empfängers auf eine Frequenz bzw. einen Frequenzbereich und dann zum anderen für die Demodulation des empfangenen Signals sorgt.

Das zeigt schon, dass der Software eine ganz wichtige Rolle zum Teil wird und die Qualität des Signals, welches wir später hören beziehungsweise in anderer Software weiterverarbeiten wollen unmittelbar von der Verarbeitung innerhalb der Software abhängt.

Umso toller ist es, dass es mittlerweile eine schöne Auswahl an SDR-Software gibt, die kostenlos verfügbar ist und mit viel Hingabe gepflegt wird. Um das zu unterstützen, sollte man auch ruhig mal daran denken, den jeweiligen Entwicklern etwas in den Hut zu werfen!

Für welche Software Ihr euch entscheidet, ist etwas Geschmackssache und hängt auch von der verwendeten Hardware ab, da diese in nicht unerheblichen Maß gefordert wird. Auch ist das Layout durchaus so, dass es eher für größere Monitore mit entsprechender Auflösung geeignet ist, oder eben für kleinere Bildschirme wie Notebooks.

Aber wie gesagt, das soll hier zunächst nur einen Überblick liefern, es gibt dann nochmal jeweils einen Beitrag für die jeweilige Software selbst.

Aus meiner Sicht haben sich im Windows-Bereich 3 Programme etabliert:

Empfang eines D-Star-Repeaters mit SDR#

Empfang eines D-Star-Repeaters mit SDR#

SDR# hat eine interessante Entwicklung durchgemacht, wenn man sich die Oberfläche in den ersten Versionen ansieht, hat sich da echt viel getan! Im Zentrum steht das Frequenzspektrum, weshalb ich die Software besonders für Notebooks empfehle, da durch Menüs relativ wenig Platz verschenkt wird. Die Installation war früher etwas mit Haken und Ösen versehen, mittlerweile sollte das besser sein. Mittlerweile gibt es auch ein paar Plug-Ins von anderen Entwicklern, die SDR# zu einem universellen Werkzeug mit vielen Funktionen machen. Trotzdem empfinde ich die Oberfläche als recht übersichtlich und damit auch für den Einsteiger gut geeignet.

Empfang von Fuji-Oscar 29 mit dem RTL-SDR und SDR-Radio V2

Empfang von Fuji-Oscar 29 mit dem RTL-SDR und SDR-Radio V2

SDR-Radio stammt von Simon, HB9DRV, der sicher auch manchem Leser bekannt ist als der frühere Entwickler von HamRadioDeluxe. Hier hat er wieder was richtig feines abgeliefert, die Oberfläche sieht modern aus und orientiert sich mit den Ribbons an die neueren Office-Versionen von Microsoft. Das führt aber auch dazu, dass den Menüs relativ viel Platz eingeräumt wird, was es aus meiner Sicht besser für große Monitore und hohe Auflösungen macht. Die Software ist in weiten Teilen konfigurierbar und bietet mit dem Data File Analyzer und der Netzwerkfunktionalität viele Funktionen, die den Einsteiger vielleicht etwas überfordern können. SDR# ist da aus meiner Sicht übersichtlicher, aber hat auch in der ursprünglichen Fassung ohne Plugins weniger Funktionen und benötigt meiner Erfahrung nach etwas mehr CPU-Leistung als SDR-Radio. Aber letzteres muss ich nochmal genauer erforschen. Toll ist, dass SDR-Radio schon seit längerer Zeit mehrere VFOs parallel unterstützt, Ihr könnt also mehrere Frequenzen innerhalb der Empfangsbandbreite des SDR empfangen und demodulieren und dann auch noch auf verschiedene Audioausgänge routen.

HDSDR als SDR Software für die Dekodierung vom DMR-Relais DF0MOT

HDSDR als SDR Software für die Dekodierung vom DMR-Relais DF0MOT

HDSDR war damals die SDR-Software, mit der ich die ersten Schritte unternommen habe. Schon bei der Homepage fällt einem auf, dass es etwas altbacken wirkt und ich muss zugeben, dass ich länger damit nicht gearbeitet habe. Auch das letzte Update vor über einem Jahr spricht eher nicht für eine noch stattfindende Entwicklung. Trotzdem hat HDSDR ein paar Punkte, die ganz klar dafür sprechen. Die Anzahl der unterstützten SDR ist echt groß und es gibt zwei Funktionen, die ich richtig gut gelöst finde. Zunächst ist das die Einstellung der Rauschsperre, da klickt man einfach den Pegel im S-Meter auf der linken Seite an, ab der diese öffnen soll und schon ist sie entsprechend eingestellt. Absolut einfach, intuitiv und komfortabel! Toll ist außerdem die einfach Einstellung der Bandbreite, dazu mit der Maus in das Audiospektrum unten rechts gehen und die rote Linie nach links oder nach rechts ziehen. Bei mehreren schmalbandigen Signalen wie zum Beispiel die CW-Bereiche auf der Kurzwelle seht Ihr schon im Spektrum, welche Signale Ihr ausblendet und welche übrig bleiben.

Das wären so die üblichen Verdächtigen im Bereich SDR-Software für Windows. Darüber hinaus gibt es noch ein paar Spezialisten, die ich aber für Erste unter den Tisch fallen lassen will, um es nicht zu komplex zu machen.

Was braucht man noch?

Hier wird es jetzt noch unübersichtlicher. Oben genannte Programme bieten die Möglichkeit, sowohl das demodulierte Audiosignal, als auch die Rohdaten auf der Festplatte aufzuzeichnen. Wollt ihr ersteres bearbeiten, bietet sich Freeware wie Audacity an.

Für Software, die zum Beispiel Datenübertragung dekodiert, braucht Ihr in der Regel eine Software, die das Audiosignal von der SDR-Software zum Dekoder durchschleift. Hier gibt es Virtual Audio Cable auf dem Markt, welches aber nicht kostenlos ist. Ich selbst habe es noch nicht benutzt, aber VB-Cable scheint wohl eine Alternative zu sein. Wer sich für letzteres interessiert, kann sich ja mal die Anleitung von N8SDR ansehen.

Tja, und zu guter Letzt noch die Dekodersoftware. Hier wird es endgültig total unübersichtlich, es gibt Programme, die die verschiedensten Datenübertragungsverfahren lesbar machen können und völlige Spezialisten, die sich auf eine Methode konzentrieren. Beschränken wir uns auf den Amateurfunkbereich oberhalb der Kurzwelle, dann ist sicher 1k2 AFSK für Packet Radio und APRS interessant, genauso wie digitale Betriebsarten wie D-Star und DMR. Dafür gibt es entsprechende Software, die aber teilweise doch recht komplex und wenig bedienerfreundlich ist. Dementsprechend werde ich da ebenfalls später nochmal genauer darauf eingehen.

Aber zunächst ist die Einführung in die oben genannte SDR-Software dran und dann sehen wir weiter. Wenn noch besondere Wünsche bestehen, freue ich mich natürlich über Kommentare hier im Blog, bei Facebook oder Twitter oder auf welchen Wegen auch immer!

über

Drückt sich seit Jahren vor der Lizenz, aber 2016 soll es endlich soweit sein. Besondere Interessen sind die Frequenzen oberhalb von 30 MHz und digitale Betriebsarten, dort hauptsächlich mit dem RTL-SDR unterwegs. Wenn Funk gerade eine geringere Rolle spielt, dann mit dem Rad oder zu Fuß in der Natur unterwegs und dem Fotoapparat im Schlepptau. Mehr auf Twitter: @kermit_t_f

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