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Bilder aus 400.000 km Entfernung am 70cm Band

Funkamateure aus mehreren Ländern haben bereits Bilder vom chinesischen Satelliten Longjiang-2 empfangen. Dieser umkreist nicht die Erde, sondern den Mond, und ist Teil eines chinesischen Programms (“Chang’e-4”), einen Lander auf der erdabgewandten Seite des Mondes aufzusetzen (das Bild oben zeigt das Mare Nubium, aufgenommen und dekodiert von BG2BHC).

Im Mai brachte China die DSLWP-A- und DSLWP-B-Mikrosatelliten – auch bekannt als Longjiang-1 und Longjiang-2 – in eine Mond-Umlaufbahn, obwohl Longjiang-1 offenbar dabei verloren ging und wahrscheinlich in einer Erdumlaufbahn verblieben ist. Sie wurden als sekundäre Nutzlasten mit dem Relais-Satelliten Quéquiao als Teil der Chang’e-4-Mission auf die Reise geschickt. DSLWP steht für “Discovering the Sky at Longest Wavelengths Pathfinder”. Der Satellit wird niederfrequente Radioastronomie und weltraumgestützte Interferometrie testen und trägt auch Amateurfunksender, es ist jedoch kein Transponder an Bord.

Payload Integration der beiden Mikrosatelliten DSLWP-A- und DSLWP-B

Die Chang’e-4-Mission wird der erste Versuch einer weichen Landung auf der anderen Seite des Mondes sein. Der Chang’e-4 Lander und Rover soll im Dezember starten. Das Harbin Institute of Technology (BY2HIT) entwickelte und baute das DSLWP-Raumfahrzeug und überwacht diese Mission. Der Microsat trägt auch optische Kameras aus Saudi-Arabien. Der Relais-Satellit wird später nach dem Start des Lander-Moduls benötigt werden, um eine Kommunikation mit der erdabgewandten Seite des Mondes zu ermöglichen.

Ein offenes Fernsteuerungsprotokoll ermöglicht es Funkamateuren, Bilder vom Satelliten Longjiang-2  herunterzuladen. Das Raumfahrzeug sendet mit 2 Watt auf 70 Zentimeter (435.400 / 436.400 MHz) mit 250/500 bps GMSK unter Verwendung von 10 kHz breiter FM mit verketteten Codes oder JT4G. JT4 verwendet Vier-Ton-FSK mit einer Übertragungsrate von 4,375 Baud; der JT4G-Sub-Modus verwendet 315 Hz Tonabstand und 1260 Hz Gesamtbandbreite. JT4G kann mit WSJT-X oder WSJT 10 dekodiert werden.

Wie die Seite gbTimes berichtet, haben Amateure auf der ganzen Welt Daten und Bilder heruntergeladen, u.a. aus den USA, Brasilien, China, den Niederlanden und Italien.

Wie IU2EFA (William Brasolin) aus Italien berichtet, konnte er Bilder mit einem RTL-SDR und einer 15 Element Yagi Antenne in sehr guter Qualität empfangen, und SP5ULN war mit einer 19 Element Yagi, einem LNA und einem RTL-SDR erfolgreich.

Quellen: gbTimes, ARRL, rtl-sdr.com

Funkamateur seit 1967 (Lizenzprüfung ohne Morsen) bzw. 1968 (Morseprüfung). 1st QSO 20.7.1968. Nach vielen sehr interessanten Berufsjahren in IT und Informationssicherheit (in sehr internationalem Umfeld) nun im Ruhestand, wo mehr Zeit bleibt für die diversen Hobbies. Neben dem Amateurfunk sind das u.a. Photographie, Malen, Singen, Reisen, Camping & Wandern.

1 Kommentar zu “Bilder aus 400.000 km Entfernung am 70cm Band

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