Allgemein

4 ketzerische Fragen zum Thema Notfunk

Wenn man sich mit realistischen Notfunk-Szenarien auseinandersetzt, dann wird schnell klar, dass Kommunikation definitiv nicht das größte Problem ist. Wenn wirklich eine Großschadenslage wie zum Beispiel ein flächendeckender länger anhaltender Stromausfall eintritt, dann haben viele Menschen erstmal ein ganz anderes Problem. Und dieses Problem lässt sich nicht mit vollen Akkus, schweren Funkkoffern und Pactor-Controllern lösen. Damit man sich überhaupt auf eine sinnvolle Art und Weise mit dem Thema Notfunk beschäftigen kann, sollten diese Fragen vorab geklärt sein.

  1. Was wirst du während einer Großschadenslage essen und trinken?
  2. Wie lange reichen deine Vorräte?
  3. Wie verteidigst du deine Vorräte?
  4. Wie bzw. wo wirst du deine “natürlichen Abfälle” los?

Du hast eine oder mehre Fragen mit “Ähhm” oder gar nicht beantwortet? Dann hat dein persönliches Notfunk-Konzept noch Lücken, die dringend zu schließen wären.

Ich arbeite in einem IT-Systemhaus und bin überwiegend mit der Administration von Mail-Servern beschäftigt. Derzeit beschäftige mich viel mit VHF/UHF, APRS und HAMNET. Darüber hinaus sammle ich Erfahrungen im Antennenbau.

22 Kommentare zu “4 ketzerische Fragen zum Thema Notfunk

  1. Pingback: 4 ketzerische Fragen zum Thema Notfunk – dxradio.de

  2. Bist Du sicher, dass das eine Frage zum Thema Notfunk ist? Wirklich?

    Ich antworte mal aus zwei Perspektiven: als THW-Helfer und als Privatperson.

    1. Sollte ich aufgrund einer Großschadenslage alarmiert werden, dann würde ich das essen, was der Ortsverband mir anbietet. Vielleicht hätte ich ein paar Kekse oder Obst, die ich -sofern ein längerer Einsatz absehbar wäre – evtl. mit einpacken würde.
    Als Privatperson würde ich ganz normal das essen, was ich daheim habe. Das ist aus finanziellen Gründen nicht soviel. Wäre die Trinkwasserversorgung gestört, hätte ich ein ernstes Problem. Bekanntlich kann ein Mensch ohne Essen länger überleben als ohne Trinken. Vielleicht würde ich Nachbarn oder Bekannte um Hilfe bitten.
    Die vor einiger Zeit als Empfehlung veröffentlichten Lebensmittel habe ich nicht daheim, auch, weil diese nicht meiner Art der Ernährung entsprechen.

    2. und 3. Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Wie schon gesagt, je größer die Schadenslage, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass ich gar nicht daheim bin. Dazu kommt: ich habe keinen Platz für ein einigermaßen sinnvolles Lager – und auch kein Bedürfnis, eins anzulegen. Ich teile und helfe viel zu gern.

    4. Es ist IMHO fraglich, dass mehrere Infrastrukturen gleichzeitig angegriffen werden. Die Erstellung eines Konzeptes für den Ausfall der Kanalisation und/oder Müllverwertung fällt meines Wissens nicht in den Aufgabenbereich von Katastrophenschutzorganisationen. Insofern ist sie auch nicht von an Notfunk beteiligten Funkamateuren zu leisten.

    Mir gefällt der Ton des Artikels nicht. Die Leser werden in die Prepper-Szene getrieben. Man kann aber nicht an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen.

    • Bist Du sicher, dass das eine Frage zum Thema Notfunk ist? Wirklich?

      Ja, bin ich. Zumindest wenn ich das Thema unabhängig von Hilfsorganisationen, im persönlichen Bereich, betrachte. Nur wenn die eigenen und familiären Grundbedürfnisse einigermaßen abgesichert sind, hat man überhaupt den Kopf frei, im Dienst der Gesellschaft zu stehen. Oder sehe ich das falsch?

      Wäre die Trinkwasserversorgung gestört, hätte ich ein ernstes Problem.

      Das lässt sich relativ einfach und preiswert lösen. Dennoch ist das schon oft der erste Stolperstein. Und Nachbarn und Bekannte haben sich vielleicht ähnlich darauf vorbereitet und hoffen nun ihrerseits um Hilfe von Nachbarn und Bekannten. Aus diesem Grund führe ich ja Punkt 3 an. Klar helfe ich auch gern, aber ich könnte meine 500 Nachbarn beim besten willen leider nicht mitversorgen.

      Es ist IMHO fraglich, dass mehrere Infrastrukturen gleichzeitig angegriffen werden.

      Wenn längere Zeit der Strom ausfällt, brechen früher oder später auch andere Infrastrukturen weg.

      Mir gefällt der Ton des Artikels nicht. Die Leser werden in die Prepper-Szene getrieben. Man kann aber nicht an mehreren Fronten gleichzeitig kämpfen.

      Das mag sein. Der Ton sollte wachrütteln und darauf aufmerksam machen.

      Wenn du dir z.B. jetzt auf Grund dieses Artikels einen etwas größeren Trinkwasservorrat ins Haus holst, dann ist das doch schon eine Verbesserung, oder?

      Das Thema Notfunk wird immer wieder kontrovers diskutiert. Das Problem ist der breite Graben zwischen den Befürwortern und denjenigen, die es ablehnen. Für die Leute dazwischen war dieser Artikel.

      PS: Der nächste Artikel ist wieder weniger scharf formuliert. Versprochen 😉

      • Nochmal: ich kann keinen Vorrat finanzieren und habe auch keinen Platz dafür. Ich hab in der Flüchtlingshilfe auch Personen getroffen, die einfach da waren, weil es da gegen ein bißchen Arbeit (gelegentlich warmes) Essen gab. Finanziell stehe ich gerade mit diesen Menschen auf einer Stufe, selbstverschuldet, in den nächsten Jahren nicht zu ändern. Das Denken, das Du beschreibst, ist mir komplett fremd. Und es widerspricht auch meiner Erfahrung. Man wird nicht politisch oder gesellschaftlich aktiv, wenn man satt und zufrieden ist. Ich sehe mich als Teil einer Gesellschaft. Und ich halte individuelles Eigentum für keine Lösung.

        • Unabhängig von der persönlichen finanziellen Situation kann man – wenn auch in einem begrenzen Rahmen – Vorsorgen.

          Klar, dabei kommt man schnell an Grenzen, aber in Bezug auf die Anschaffung von haltbar verpacktem Trinkwasser ist es nicht unrealistisch den vom BBK empfohlen Vorrat daheim zu haben. Platzprobleme in Mietwohnungen sind dagegen vermutlich eher eine Einschränkung

          Es geht nicht darum, sich erst zu engagieren, wenn man satt und zufrieden ist. Aber was ist falsch daran, wenn ich mir sicher sein möchte, dass die kleinsten und schwächsten Mitglieder meiner Familie im Krisenfall über die Runden kommen?

          Gesellschaftliche Verantwortung fängt zuhause an.

          • Gesellschaftliche Verantwortung kann nicht zuhause anfangen, wenn es zuwenige Einsatzkräfte im Katastrophenschutz gibt. Das ist ein Henne-Ei-Kreislauf.

            Außerdem: die Menschen wohnen in immer kleineren Räumen, weil ihre Zahl zunimmt, weil auch Parkplätze, Büros, Technik, … Platz brauchen. Schau mal nach Asien.

            Wir haben Migrationsströme von Süden nach Norden. Bestimmte Landstriche entvölkern sich, selbst innerhalb Europas und Deutschlands, andere werden dichter besiedelt. Die Zahl der Einwohner pro Quadratmeter steigt also. Noch ein Grund, warum nicht wirklich Platz für private Vorräte vorhanden ist.

            Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurden aus dem Osten Geflohene in freien Zimmern von Wohnungen zwangseinquartiert. Dürfte die Armee Dein Vorhaltungszimmer räumen, um drei Personen unterzubringen und gleichzeitig die eigene Versorgung zu gewährleisten?

            Wir haben Supermärkte, die täglich mehrere Tonnen Lebensmittel wegschmeißen. Wir haben uns mit der Einführung dieser Riesenmärkte von herkömmlichen Verfahren der Lagerung und Haltbarmachung verabschiedet. Und preisen dies als Fortschritt. Finde den Fehler.

            Und nun kommt das BBK und sagt: kauft Euch für zwei Wochen Lebensmittel im Supermarkt. Das meiste davon länger haltbar, ok. Aber allein Wasser im Supermarkt zu kaufen, erzeugt unglaublich Verpackungsmüll! Wie lange bleibt eine PET-Flasche keimfrei?

            So funktioniert übrigens Leben fast ohne Strom und fast ohne fließend Wasser:
            https://www.youtube.com/watch?v=_u3RhXCxmxk

            Ich könnte jetzt noch einige Rezeptseiten heraussuchen. Mag aber gerade nicht. 😉

      • In meinem Bekanntenkreis hab ich bisher keine Diskussionen über Vorhaltung mitbekommen. Der Großteil der Gesellschaft beschäftigt sich meines Erachtens nicht damit, unabhängig davon, ob sie es können.

  3. Als jemand, der sich bereits seit einigen Jahren mit dem Notfunk beschäftigt und darüber hinaus auch auf 15 Jahre Erfahrung im Katastrophenschutz zurück blicken kann, finde ich den Artikel zwar nicht ganz so geschickt formuliert, zeigt aber, dass es im Notfunk nicht nur darum geht, einen tollen Notfunk-Koffer bereit zu stellen. Auch die private Vorsorge für Notfunker und Angehörige gehört dazu – ob nach Vorschlag des BBK oder anders…
    Im Übrigen sind solche Vorräte auch sinnvoll, wenn z.B. kurz vor Weihnachten oder Ostern mal ein naher Angehöriger ins Krankenhaus kommt und man so nicht mehr zum Einkaufen kommt…. 😉

    Wir müssen uns einfach von dem Gedanken verabschieden, dass bei einer Katastrophe sofort jeder vom Staat versorgt werden kann. Daher sollte jeder Bürger auch entsprechend den eigenen Bedürfnissen vorsorgen. Hierzu einfach mal im Kopf durchspielen: Was mache ich, wenn alleine der Strom mal sechs, zwölf, 24 oder gar 72 Stunden ausfällt? Da ist die abtauende Kühltruhe, der nicht mehr funktionierende Fernseher oder die ausgefallene Heizung sicher ein erster Ansatzpunkt, aber auch Licht, Kommunikation und auch das Tanken oder Geld abholen wird dann schwierig…

    Hierzu muss man kein Prepper sein, um vorzusorgen, sondern nur ein Bürger, der sich Gedanken macht und nicht im Fall der Fälle hilflos dar stehen möchte.

    Hier noch eine Quelle für weitere Infos:
    http://www.BBK.Bund.de

    Grüße vom Notfunk-Team Wuppertal…

    Sebastian, DM1SW

    • Der Artikel zeigt überhaupt nichts zum Thema Notfunk, nur die persönliche Meinung von Silvio zum Thema Vorbereitung.

      • Richtig, denn ein persönliches Blog ist ja auch der richtige Ort für meine persönliche Meinung, oder?

        Wenn man das Thema Notfunk ganzheitlich betrachten will, sollte man sich die wesentlichen Fragen eben auch als erstes stellen, oder sehe ich das falsch?

        Wo fängt denn Notfunk deiner Meinung nach an? Erst bei Integration in einer entsprechenden Organisation? Bitte formuliere doch mal deine persönliche Definition von Notfunk. Das macht das Gespräch vielleicht einfacher.

        • Diese Seite ist nicht als persönlicher Blog, sondern als Informationsmagazin konzipiert und wird auch so wahrgenommen. Mit dem Themengebiet Amateurfunk. Nicht als Themenseite Bevölkerungsschutz. Vermutlich ist der Artikel deshalb auch so kurz. 😉
          Die Frage, was eßt Ihr und wo geht Ihr pinkeln, setzt einen Zeitrahmen von 3-4 Stunden (Essen, Trinken) bis 6-24 Stunden (Stuhlgang) des Einsatzes voraus. Die Alarmierung nicht mitgerechnet. In der Regel werden die anderen Beteiligten daran arbeiten, diesen Zeitraum gering zu halten.
          Nein, grundsätzlich finde ich die Frage nach der Ausrüstung nicht verkehrt. Es ist super, wenn Du weißt, was in Dein Auto paßt, wenn Du mal in die Lage gerätst, Notfunk machen oder schnell wegfahren zu müssen.
          Aber: wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß Du es von daheim aus machst? Wenn doch die Einsatzleitung wo ganz anders sitzt? Dein Haus gerade überflutet wurde? Nimmst Du, wenn Du zur Feuerwehr fährst, wirklich Deine eigenen Getränke mit?
          Nein, ich denke, Du sitzt nicht daheim, sondern in einer Einsatzleitung und wirst mitverpflegt. Und falls Du doch daheim bist, hast Du höchstwahrscheinlich andere Sorgen, als den Betrieb des Funkgerätes über die nächsten Stunden.

          Deine Frau und Kinder und der Hund bleiben daheim. Du sitzt in der Einsatzleitung oder auf dem Feld, überträgst vielleicht tatsächlich Nachrichten. Aber eher wird es doch so sein: Da keine Zeit zum Vorbereiten war, hast Du mit den Verantwortlichen nicht im Voraus ausgemacht, welche Daten auszutauschen sind. Schlimmer noch, Du kennst diese Leute nicht mal. Oder Du kennst sie und weißt: sie mögen Dich nicht, weil Du ihre Kompetenz in Frage stellst. Du bist nicht in dem Ort aufgewachsen, in dem Du wohnst, und hast Probleme, die Leute zu verstehen. Du mußt die Einsatzleitung erstmal überzeugen, daß Du eine Hilfe bist und sie verstehst. Daß Du weißt, wie ihre Abläufe sind. [Daran ist in Hessen der Notfunk bisher gescheitert.]
          Sei es so, daß Du angehört wirst. Für die Besprechung und Entscheidung, daß Du bleiben darfst, ist Zeit ins Land gegangen. Es ist mitten in der Nacht, Du erreichst Deine Familie nicht, möchtest nach dem Rechten sehen. Deine Frau hat nämlich keine Afu-Lizenz, die Tochter und der Sohn sind noch zu jung. Du möchtest auch schlafen, hast aber kein Feldbett dabei. Oder Du hast eins, darfst es aber nicht aufstellen. Also fährst Du heim, legst Dich ins eigene Bett, schläfst dort, 10 Stunden. Am nächsten Morgen ist das Wasser noch ein bißchen höher, Du kommst nicht mehr weg. Deine Ausrüstung steht aber bei der Einsatzleitung, denn Du wolltest ja wiederkommen.
          Nun hast Du noch eine Handfunke und einen Freund namens Jan, der gerade auf dem Band lauscht. Jan ist gehbehindert, wohnt in einer Einrichtung. Dort darf er aus Versicherungsgründen nicht weg.
          Deine anderen Funkfreunde in der Gegend haben keine Zeit, müssen sich um ihr Hab und Gut und ihre Lieben kümmern.
          In der Zwischenzeit haben sich aus dem Bundesgebiet zusammengezogene Einsatzkräfte mit ihren Mitteln eine funktionierende Fernmeldestruktur geschaffen. Ein wirklicher Notfunkeinsatz hat also nicht stattgefunden.

          Ja, ich denke unbedingt, daß der Amateurfunk in die Organisationen hineingetragen werden muß. Weil es sonst eine Insellösung und ein Spleen bleibt.

  4. Der nächste Artikel ist wieder weniger scharf formuliert.

    Wo bitte ist dieser Artikel denn scharf formuliert? Gut, dass mal jemand auf dieses Thema aufmerksam macht. Leider gibt es viel zu viele Menschen, die an dieses Thema keinen Gedanken verschwenden und im Krisenfall die ersten sind die laut Hilfe schreien.

    Wir leben hier zwar nicht im australischen Outback oder in der Wildnis von Alaska aber ein paar Liter Wasser und einige Konserven im Keller hab ich schon sehr lange! Funktionierende “Notfunkausrüstung” übrigens auch.

    • Jemand, der daran keinen Gedanken verwenden kann, weil er oder eher sie in Hartz IV festhängt, drei Jobs macht und/oder Kinder erzieht – NATÜRLICH wird der- oder diejenige im Krisenfall aufschreien und das zu Recht. Weil irgendeine Art der Vorsorge – auch für eigene Krankheit, Rente usw. – nicht vorgesehen ist.

  5. Eine “extrem ketzerische” Frage möchte ich gerne noch hinterher werfen…

    5. Bin ich in irgendwelchen Organisationen aktiv (Feuerwehr, THW, KatS…), durch die ich für Notfunk gar nicht zur Verfügung stehe?

    Und mir würden zum Thema Notfunk an sich, noch jede Menge weitere Fragen einfallen, für die mich vmtl. 3/4 der Notfunkgemeinde erst hängen, dann 4-teilen und danach Teeren und Federn würden 😉

  6. Michael Renner

    Eine Anekdote aus diesem Juni: Der Sturm, der die Dörfer der Umgebung stromlos machte, zerfetzte kurz davor auch meinen Hexbeam.

    DSL war weg, statt LTE gab es nur EDGE. Das war allerdings unbenutzbar weil alle Nachbarn wahrscheinlich an diesem einzigen Kanal in die Zivilisation hingen. Gas kommt bei uns (Frankreich) aus der Flasche, Wasser funktionierte ganz normal.
    Nach 12h ohne Strom beschlossen wir in die nächste Stadt zu fahren um einen Generator zu kaufen. Grund war die Sorge um den Tiefkühlschrank oder vielmehr was alles drin war – zu viel um es “mal schnell” essen zu können. Mangels Internet gab es vorher keine Recherche zum Thema “Generator”. Was wir kauften war dann auch gar nicht so gut (an dieser Stelle sei vor Inverter-Generatoren gewarnt). Da die Dauer des “panne de courant” unbekannt war mussten wir Benzin sparen: Nur der Kühlschrank und die Mobiltelefone waren am Generator. Das TS480 blieb ausgeschaltet.
    1h bevor uns der Sprint ausgegangen wäre funktionierte die Überlandleitung wieder.

    Erkentnisse: Ist der Strom erstmal weg ist es zu spät sich zu kümmern. Auch in Europa kann Strom und in Folge davon das Internet ausfallen. Solang das Wasser funktioniert ist die Lage jedoch nicht bedrohlich, wer mit Gas kochen kann befindet sich dazu in einer komfortablen Situation. Das gilt zumindest im Sommer.

  7. Hanspeter

    Man sollte sich DRINGEND Gedanken über diese und ähnliche Dinge machen…… allein wenn man solche “Planspiele” im Kopf durchspielt kann sich schon eine Lösungsmöglichkeit ergeben.

  8. Trotz der hier teilweise sehr “verschwurbelten” und unkonventionellen Meinungen kann ich Silvio nur beipflichten. Notfunk funktioniert nur dann, wenn der Notfunker in Person auch funktioniert! Insofern sind seine Äußerungen durchaus nachvollziehbar und völlig korrekt.

    Wollen wir hoffen, dass der “Notfunkfall” nicht eintritt und uns alle kalt erwischt! Die Konserven und die Wasser Ration kommen trotzdem in den Keller. 🙂

  9. Fall der “Notfall” eintrifft, kann ich (E-Techniker) das Haus (Ölheizung – eigene Wasserversorgung – Telefon – Kühlgeräte etc.) mehrere Tage per 3-Phasen-Inselwechselrichter und 48V-Akkusatz versorgen. Das 12V-Netzteil der Funkgeräte für KW und 2m-70cm wird schon immer von einem 12V-Akkublock gepuffert. Damit sind wir erst mal relativ autark, was die Energieversorgung anbelangt. Lebensmittel sind natürlich bevorratet und es hat auch nicht die Welt gekostet.

    Was unsere “Notfunkerei” anbelangt, habe ich kein allzu grosses Vertrauen in deren Funktionalität, ausser dem internationalen Notfunk auf WinMore-Basis, welcher sich m.E. auch bei uns als Standard durchsetzen sollte, da hier der Datenverkehr via email-Zuordnung automatisch ablaufen kann. Das Hamnet wird wohl total ausfallen, da die meisten Backbone-Verbindungen übers Internet laufen und die wenigsten Knoten und Relaisstellen über eine länger laufende Notstromversorgung verfügen. Ausserdem ist die Bandbreite des Hamnet meiner Erfahrung nach viel zu gering, um grössere Datenmengen zu bewältigen.

    Bin mal gespannt, welches Echo mein Posting auslöst.

  10. Als Notfunk (oder auch Katastrophenfunk) bezeichnet man den Funkbetrieb, mit dem Funkamateure im Rahmen ihrer Kommunikationsmöglichkeiten in Not- und Katastrophensituationen Hilfe leisten. Funkamateure unterstützen dann Hilfsorganisationen und andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), oder leiten empfangene Notrufe an diese weiter.

    Sagt die Wikipedia. Also, Funkamateure sollen/können im Rahmen ihrer Kommunikationsmöglichkeiten in Not- und Katastrophensituationen Hilfe leisten.

    Nehmen wir mal den flächendeckenden Stromausfall im Winter als Katastrophensituation die länger (> 1 Woche) anhält. Das wäre aus meiner Sicht dann wirklich eine Notsituation da kommunikationstechnisch dann nirgendwo mehr was geht, zumindest für den Großteil der Bevölkerung nicht. Da hätte der vorbereitete Funkamateur dann wirklich einen Vorteil und könnte vielleicht hier und da tatsächlich sinnvoll unterstützen.

    Voraussetzung ist allerdings er weis, was er überhaupt machen soll! Dazu braucht es im Vorfeld Vereinbarungen mit den betroffenen BOS Diensten und natürlich auch gemeinsam absolvierte Übungen um zu sehen, ob das, was man vereinbart hat, auch funktioniert. Hier und da gibt es ja solche Vereinbarungen und auch gemeinsame Übungen.

    Hier gibt es noch erweiterte Informationen vom DARC e.V.
    http://www.darc.de/der-club/referate/notfunk/dokumente

    Was der Notfunk bei darüber hinausgehende Katastrophensituationen (Krieg, Atomunfall, Erdbeben, Tsunami, Vulkanausbruch, Lebensmittelknappheit, Trinkwasserknappheit, Energieknappheit, Pandemie, Aufstände, usw.) leisten kann ist auch für mich eher fraglich.

  11. Hallo,
    ich bin der Meinung, daß Notfunk anfänglich funktioniert. Auch wenn du Solar, Akku, Notstromaggregat,… hast, du wirst dich mit den Punkten die Silvio aufgezählt hat beschäftigen. Notfunk wird dir dann egal sein. Wenn die Registrierkasse im Supermarkt keinen Strom mehr hat, das Wasserwerk seine Pumpen nicht mehr betreiben kann, wo bekomme ich noch eine Decke her,… Wenn sich die Lage einpändelt, wird wieder gefunkt werden um Informationen auszutauschen. ( Der Mensch ist findig, die Lage wird sich einpändeln) Dann wird meiner Meinung nach der Notfunk gebraucht.

  12. Nun, vor einigen Jahren ist die Gegend, wo ich damals wohnte, aufgrund eines heftigen Unwetters von Sturzfluten überschwemmt worden. Innerhalb von Minuten fielen nacheinander Telefonfestnetz (damals noch ISDN), Handynetz, Internet und Stromnetz aus. Dadurch, dass die geamte Gegend kurzzeitig bi zu 2 m unter Wasser stand, waren alle Erdgeschosswohnungen unter Wasser gesetzt, aber auch Autos, Bahnstationen, Telefonverteilerkästen und Trafostationen, aber auch die Elektro- und Telefoninstallationen in den Kellern.

    Mein Auto war ebenfalls abgesoffen, völlig hagelverbeult, aber noch fahrbereit, nach dem da Wasser abgelaufen war.

    Der Strom kam mehrere Tage nicht wieder, das Handynetz funktionierte nach ca. 2 h wieder. Wasserver- und -entsorgung lief noch, allerdings nur kaltes Wasser. Wir mussten allerdings unseren Kühlschrank und die Truhe ausräumen, alle zu kühlenden Lebensmittel wegschmeißen.

    Ich fuhr dann in einen Supermarkt, nachdem das Wasser abgelaufen war, kaufte Lebensmittel, die man nich kühlen muss, ein batteriebetriebenes Radio und ne Taschenlampe, damit ich abends mal wenigstens irgendwas an Nachrichten hören konnte.

    Seitdem habe einen kleinen Vorrat an Ausrüstung und Lebensmitteln parat. Vorsorgen muss kein Vermögen kosten, es tuen ja schon ein paar Dosengerichte, Schokolade und ein paar Sixpacks Getränke für den Anfang.

    Trotzdem baue ich die Ausrüstung nach und nach aus, aber als Prepper würde ich mich jetzt nicht bezeichnen. Ich habe einen Akku, den ich sowohl fürs Funkgerät als auch zum Handyladen nutzen kann, das ist besser als gar nichts. Ob ich das Funkgerät im Notfall nun wirklich zum Funken verwende oder nicht, sei mal dahingestellt, zumindest ist die Möglichkeit da, es vorübergehend stromunabhängig nutzen zu können.

    Der Lebensmittelvorrat hat mir erst letztens wieder geholfen, als ich mich verletzt hatte, kein Auto fahren und nicht so gut laufen konnte.

    Also, auf Situationen vorbereitet zu sein, schadet nicht, aber übertreiben braucht man es nicht (nukleare Zombieapokalypse :D).

    • Rolf DJ7TH

      Hi Murphy,

      Klasse Beitrag, voll aus dem Leben gegriffen.
      Ja so schnell kann es gehen und man sitzt tagelang gezwungenermassen buchstäblich auf dem Trockenen. Also Leute, sorgt vor für den Eventualfall, er kann schneller eintreten als man glaubt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

banner