Allgemein Equipment

APRS via ISS – Mit einfachem Equipment

Die Internationale Raumstation hat seit vielen Jahren einen APRS Digipeater an Board. Dies haben wir der unermüdlichen Arbeit einiger Funkamateure des ARISS-Projekts zu verdanken. Es reizte mich schon lange mal, Betrieb über diesen Digipeater zu machen. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob meine Ausrüstung überhaupt dafür geeignet ist.

Ich entschied mich, es einfach zu versuchen und die Ausrüstung zu verwenden, die ich bereitliegen hatte. Das war ein einfaches Duoband Handfunkgerät, eine Diamond RH-770 Teleskop-Antenne, ein Bluetooth TNC und ein Android-Smartphone.

Auf dem Smartphone habe ich die beiden Programme APRSdroid und ISS Detector installiert. APRSdroid ist mein bevorzugter APRS-Client und mithilfe des ISS Detektors kann ich schnell die Position und Überflugzeiten der ISS bestimmen.

Beide Apps sind Google Play Store zu beziehen. APRSdroid kostet im Store wenige Euro. Der ISS Detector ist in der Grundversion kostenfrei. Dies reicht für die erste Experimente mit der ISS aus. Wer sich für andere Amateurfunksatelliten interessiert, sollte die Pro-Version bzw. das Erweiterungspaket kaufen. APRSdroid kann übrigens auch kostenfrei als APK-Datei beim Entwickler heruntergeladen werden.

Der APRS-Digipeater auf der ISS nutzt die Frequenz von 145,825 MHz. Diese Frequenz wird auch von den unbemannten Satelliten des ARISS-Projekts verwendet. Den Dopplereffekt habe ich erstmal ignoriert. Oben ankommen – das war mein erklärtes Ziel.

Die Pfad-Einstellungen sollen laut diverser Anleitungen im Internet auf APRS VIA ARISS oder CQ via RS0ISS-3 gesetzt werden. Dieser Punkt hat mich etwas verunsichert, denn in dem von mir genutzten APRS-Client, werden kurze kommagetrennte Pfade eintragen. Für normalen APRS-Betrieb nutze ich den APRS-Digi-Pfad WIDE1-1,WIDE2-1. Für Betrieb über die ISS habe ich an dieser Stelle nur ARISS dort eingetragen.

Die Zeiten der Überflüge können der Webseite iss.de.astroviewer.net oder der Smartphone-App ISS Detector entnommen werden. Überflüge mit einem Winkel zwischen 25°und 69° konnte ich an meinem Standort in JO62wn mit einer vertikal polarisierten Antenne gut nutzen. Da ich von Zuhause aus im Prinzip keinen Funkbetrieb machen kann, habe ich mir einen wenig bebauten Standort in meiner Umgebung gesucht. Wichtig ist, dass es eine freie Sicht in Richtung des Überfluggebiets gibt.

In meinem ersten Versuch habe ich mein Handfunkgerät mit der RH-770 bestückt und einfach auf das Autodach gestellt. Ich habe manuell Positionsbaken ausgesendet und Nachrichten an die von mir gehörten Stationen geschickt. Ich erhielt eine APRS-Nachricht aus Holland, die mir bestätigte, dass meine Nachricht da ankommen war. Außerdem wurde meine Positionsbake von der ISS gehört, wieder ausgesendet und von einem IGate in das APRS-IS eingespeist.

Auch beim zweiten Überflug gelang es mir die ISS zu erreichen. Es gab ein kurzes QSO via APRS-Message mit einem anderen OM. Beim dritten Überflug hatte ich mit meinem Setup keinen Erfolg, beim vierten Überflug lief wieder alles wie gewohnt.

Ich kann nur jedem Funkamateur raten das einfach selbst auszuprobieren. Es ist einfacher als man am Anfang glauben möchte, und der Moment, in dem man realisiert, dass das eigene Signal grade im Weltraum war, ist einfach episch. Besonders groß ist dann die Freude, wenn die Verbindung über eine QSL-Karte bestätigt wird.

OH2FQV_via_ISS

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Ich arbeite in einem IT-Systemhaus und bin überwiegend mit der Administration von Mail-Servern beschäftigt. Derzeit beschäftige mich viel mit VHF/UHF, APRS und HAMNET. Darüber hinaus sammle ich Erfahrungen im Antennenbau.

5 Kommentare

  1. Pingback: 10 Gründe, warum du auf VHF & UHF QRV sein solltest › HAMSPIRIT.DE

  2. Hallo.
    Welches Bluetooth TNC wurde denn für das Maas AHT-6-UV benutzt? Da ich auch über ein solches verfüge.
    73 Norbert

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