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Lenovo Miix 300 – Erster Eindruck zu meinem portablen Digimode-Notebook

Da ich für meine portablen Funkabenteuer auf Digiomdes setze und meine primär genutztes Notebook etwas zu groß und zu schwer ist, habe ich mich nach einer Alternative umgesehen.

Vor zwei Jahren hatte ich schon mal ein 8-Zoll Tablet, das ich für Anwendungen im Amateurfunk nutzen wollte. Allerdings war dies ein reines Tablet ohne Hardware-Tastatur. Ich habe dann immer ein Tastatur und eine Maus via Bluetooth angeschlossen, um damit zurecht zu kommen. Ich fand das nicht praktisch und habe schnell Abstand von der Lösung genommen. Diesmal sollte es eher ein kompaktes Notebook mit richtiger Tastatur sein.

Bei dem Kauf war mir wichtig, dass das Notebook mehr als 32 GB internen Speicher hat. Mir ist bewusst, dass man viele Geräte via Speicherkarte erweitern kann, doch ein großer interner Speicher hat definitiv seine Vorteile. Grade in Bezug auf zukünftige Updates und größerer Dateien, die man mal eben speichern muss. Darüber habe ich bei der Anschaffung auf die Größe und das Gewicht geachtet. Das Notebook musste wesentlich leichter und kleiner als mein Hauptnotebook sein. Das Display sollte auf jeden Fall zwischen 9 und 12 Zoll groß sein.

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Nach einigem vergleichen und überlegen habe ich mich für das Lenovo Miix 300* entschieden. Es hat 64 GB internen Speicher, 2 GB RAM ein 10 Zoll Display mit WXGA Auflösung und eine abnehmbare Chiclet-Tastatur, auf der es sich erstaunlich gut tippen lässt.

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Am Display selbst befindet sich der Power-Button und eine Wippe für den Lautstärkeregler. Als Anschlüsse stehen ein Micro-USB Port, ein Micro-HDMI Port und eine Klinkenbuchse für die Audioausgabe und Eingabe zur Verfügung. Auch die Spannungsversorgung bzw. das Ladegerät wird direkt am Display angeschlossen.

Im Gerät sind zwei Kameras verbaut. Die Frontkamera hat eine Auflösung von 2 Megapixeln, die hintere Kamera hat 5 Megapixel.

An der abnehmbaren Tastatur befinden sich dann noch zwei zusätzliche USB-Anschlüsse. Auch hier war es mir wichtig mehr als einen USB-Anschluss zu haben, weil ja mindestens einer davon für Amateurfunk-Equipment genutzt wird.

Der erste Eindruck zum Gerät: Fühlt sich hochwertig, aber auch relativ schwer an. Das Display wiegt 617g und die Tastatur 555g. Das Gesamtgewicht liegt also bei 1172g.

Die Tasten lassen sich gut Tippen, aber an die Positionierung einiger Tasten muss ich mich noch gewöhnen. Auf einem normalen Keyboard ist die Taste mit der Ziffer 2 schräg links über dem Buchstaben W. Bei dieser AccuType-Tastatur von Lenovo ist die Ziffer 2 allerdings eher schränk links über dem Buchstaben E.
Die Funktionstasten F1-F12 wurden aus Platzgründen eingespart und wurden als Doppelbelegung auf die Zifferntasten gelegt. Wer die Funktionstasten zum Abfeuern der Macros in Fldigi verwendet, der muss sich an einen zusätzlichen und gleichzeitigen Tastendruck auf die Fn-Taste gewöhnen.

Zur Rechenleistung muss ich sagen, dass ich natürlich von meinem Hauptgerät total verwöhnt bin. Darin werkelt ein i7 der neusten Generation mit ordentlich Bums. Alles andere fühlt sich damit für mich natürlich langsam an. Aber ich will hier keine Äpfel mit Birnen vergleichen; die Geräte sind dafür einfach zu verschieden und genau deswegen habe ich sie ja auch in der Form angeschafft.

Im Lenovo Miix 300* verrichtet ein Intel Atom Z3735F seinen Dienst. Eine 64-Bit CPU mit 4 Kernen und einer Grundtaktfrequenz von 1,33 GHz. Mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 2,2 Watt haben wir hier eine CPU, die eher in Sachen Stromersparnis eine gute Figur macht. Und Stromsparen ist ja eigentlich genau das was ich will, wenn ich draußen im Feld Digimodes mache.

Wenn ich mit dem Gerät im Internet surfe und hier und da einige aufgeblähte Webseiten besuche, dann merke ich schon, dass das Gerät wesentlich langsamer ist als mein Hauptrechner. Zumal Browser-Tabs ja heutzutage absolute RAM-Fresser sind. Bei meinen Trockenübungen mit Fldigi und JT65 konnte ich aber keine Performance-Probleme ausmachen.

Laut Hersteller hält der Akku bis zu 9 Stunden. Wie lang der Akku im Amateurfunk-Alltag auf dem Feld hält, werde ich hier bei Gelegenheit ergänzen.

Der Akku lässt sich über das mitgelieferte Kabel aufladen. Auf der einen Seite hat es einen kleinen Hohlstecker, auf der anderen Seite USB. Passend dazu ist noch ein Steckernetzteil mit USB-Anschluss im Lieferumfang.

Bei Amazon kostet das Lenovo Miix 300* momentan 222€ in der Variante mit 64 GB. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis ist das aus meiner Sicht völlig in Ordnung. Die Produktbeschreibung bei Amazon ist aber teilweise nicht korrekt. So gibt Amazon als 3G als Connectivity Type an, das ist falsch. Außerdem soll eine Office365 Lizenz für ein Jahr mit dabei sein. Diese fehlte jedoch auch. Da ich die Rezensionen vorher gelesen hatte, wusste ich das allerdings schon vor dem Kauf.

Am kommenden Wochenende werde ich das Gerät bei einem portablen Einsatz testen. Updates, gibt es dann selbstverständlich hier im Blog.

4 Kommentare

  1. Hallo Silvio,

    eine ausführliche Vorstellung. Danke.
    was mir beim lesen als SWL vieler Blog’s auffällt, ist das es viele Windows basierende Systeme im Bereich #hamradio genutzt werden. Sind die Anwendungen dann Windows Apps oder Programme zum installieren?

    Gruß Markus

    • Hallo Markus,

      ich nutze grundsätzlich Linux. Sei es auf dem Server, dem Desktop oder dem Laptop.
      Für bestimmte arbeiten, braucht man als Funkamateur aber eben leider Windows.

      Auf meinem Digiomde-Netbook nutze ich JT65 und Fldigi. Das könnte genauso gut auch unter Linux laufen. Aber ich programmiere mit dem Netbook auch manchmal DMR-Geräte direkt im Auto. Außerdem läuft diverse SDR-Software nur unter Windows.

      Ich will mit dem Gerät so flexibel wie möglich sein. Außerdem will ich meine Hardware vernünftig nutzen. Da komme bei diesem Gerät um Windows 10 leider nicht herum.

      Aber das Thema PC im Shack, könnte man mal in einem eigenen Artikel angehen, falls es dich interessiert.

      Gruß,
      Silvio

  2. Hi Silvio.

    Danke für die ausführliche Antwort.
    Ja ist einen Artikel wert den ich aber hinten anstellen würde.
    Es gibt so viele spannende Themen in deinem Blog hier. 🙂

    Beschäftige mich gerade mit FLDIGI als SWL.

    Gruß Markus

  3. Pingback: Zweiter Eindruck zu meinem Digimode-Notebook › HAMSPIRIT.DE

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