Software

SDR-Radio v3 Preview

Viele von euch nutzen mit Sicherheit SDR-Radio von Simon, G4ELI. Dieses Programm hat er stetig weiter entwickelt und Funktionen hinzugefügt, sodass es mittlerweile wirklich eine Allroundlösung für den Funkempfang ist, welche mit etlichen SDR zusammenarbeitet. Vielliecht mag den einen oder anderen Leser die mangelnde Übersichtlichkeit etwas stören, hier sei aber nochmal auf meine Einführung in SDR-Radio in unserem YouTube-Kanal hingewiesen.

V3 Preview

Wer Simon bei Twitter oder bei Facebook folgt, der hat sicher schon einmal einen Screenshot der nächsten Version von SDR-Radio gesehen. Er hat es jedoch nicht bei diesen Appetithäppchen belassen, sondern vor ein paar Tagen eine Preview auf seiner Seite veröffentlicht, die einen tieferen Einblick in die kommende Version liefert.

Dabei sollte man sich aber bewusst sein, dass es eine Preview ist, also definitiv keine fertiger Release. Es gibt noch viele Baustellen und wer Wert auf einen zuverlässigen Betrieb seiner SDR-Software legt, der ist hier verkehrt.

Neu: Die Rx Matrix nimmt das 2m Band unter die Lupe. Oben links APRS bei 144.800 MHz, oben rechts eine OV-Frequenz, unten links die CW-Bake DB0MMO und unten rechts die Frequenz von DB0FT.

Neu: Die Rx Matrix nimmt das 2m Band unter die Lupe. Oben links APRS bei 144.800 MHz, oben rechts eine OV-Frequenz, unten links die CW-Bake DB0MMO und unten rechts die Frequenz von DB0FT.

Was ändert sich?

Als allererstes fällt einem natürlich das geänderte Design der Benutzeroberfläche auf. Zunächst ist es durch den Wegfall der beiden standardmäßig eingeblendeten VFOs deutlich aufgeräumter und der Fokus liegt eindeutig auf Spektrum und Wasserfall. Auch die Bedienelemente wurden angepasst und viele Funktionen lassen sich etwas einfacher erreichen.

Das gut belegte 40m-Band mit dem SDRplay empfangen. Man sieht sehr schön, dass der Fokus in der Übersichtlichkeit des Empfangsspektrum liegt.

Das gut belegte 40m-Band mit dem SDRplay empfangen. Man sieht sehr schön, dass der Fokus in der Übersichtlichkeit des Empfangsspektrum liegt.

Es gibt aber auch viele Änderungen unter der Oberfläche der Software. So gibt es mit der v3 die bisherige Limitierung auf 6 parallele VFOs nicht mehr. Die Anzahl der VFOs ist damit nur noch durch die Leistungsfähigkeit des Rechners abhängig. Außerdem arbeitet Simon daran, SDR-Transceiver in seine Software einzubinden.

Installation

Nachdem man sich für eine Version abhängig von seinem bestehenden Betriebssystem (ab Windows 7, 32- oder 64-bit) entschieden hat, kann man die Preview ohne Probleme parallel zu einer bestehenden SDR-Radio-Installation betreiben. Zu beachten ist dabei noch, dass die aktuell verfügbare Preview 1 vom 25.3. nur für 90 Tage lauffähig ist. Vermutlich will Simon damit verhindern, dass uralte Previews sich ewig im Netz halten, obwohl es längst neuere und damit auch stabilere Versionen gibt. Auf der anderen Seite kann man somit aber auch davon ausgehen, dass in relativ kurzen Abständen neue Previews veröffentlicht werden.

Erste Erfahrungen

Nun zu dem wichtigsten, wie läuft die Preview? Es sollte einem wirklich klar sein, dass wir uns noch in einem frühen Stadium der Entwicklung befinden. Bei mir ist die Frequenzeinstellung teilweise etwas zickig und Änderungen werden manchmal nicht übernommen. Auch beendet sich die Software schon mal von selbst. Das neue Layout gefällt mir dagegen sehr gut, auch auf kleineren Displays ist es sehr übersichtlich und lenkt den Fokus auf das zu empfangende Signal und nicht auf viele kleine Fenster.

Lokale 2m Relais mit dem Airspy, bei dem deutliche Störungen auftreten. Hier ist wohl noch einiges an Arbeit zu tun.

Lokale 2m Relais mit dem Airspy, bei dem deutliche Störungen auftreten. Hier ist wohl noch einiges an Arbeit zu tun.

Simon führt sein Konzept fort, durch kleine nützliche Tools den Alltag deutlich zu erleichtern. So gibt es diverse Möglichkeiten, die Optik von Spektrum und Wasserfall auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Zusätzliche Einblendungen wie Zeitstempel, Anzeige des maximalen Pegels im Spektrum, Kennzeichnung der stärksten Signale etc. sind bereits eingebaut, und es kommt mit Sicherheit auch noch einiges dazu!

Sowohl der Airspy, als auch der SDRplay wurden sofort von der Preview gefunden, es mussten keinerlei Klimmzüge gemacht werden, um sie zum Laufen zu kriegen.

Morgendurchgang von FUNcube bei manuell gesteuertem Transponder. Gut zu sehen der Bereich des Linear-Transponders bei 145.950 - 145.970 MHz und die Telemetrie bei ca. 145.935 MHz

Morgendurchgang von FUNcube bei manuell gesteuertem Transponder. Gut zu sehen der Bereich des Linear-Transponders bei 145.950 – 145.970 MHz und die Telemetrie bei ca. 145.935 MHz

Wer also bisher gerne SDR-Radio genutzt hat, dem sei der Blick auf die Preview definitiv empfohlen. Sie bietet einen Ausblick, was Simon noch in der Pipeline hat und worauf wir uns im Laufe des Jahres noch freuen können.

Zusätzliche Informationen gibt es bei Nils Schiffhauer, der sich ebenfalls schon einmal die Preview genauer angesehen hat.

 

über

Drückt sich seit Jahren vor der Lizenz, aber 2016 soll es endlich soweit sein. Besondere Interessen sind die Frequenzen oberhalb von 30 MHz und digitale Betriebsarten, dort hauptsächlich mit dem RTL-SDR unterwegs. Wenn Funk gerade eine geringere Rolle spielt, dann mit dem Rad oder zu Fuß in der Natur unterwegs und dem Fotoapparat im Schlepptau. Mehr auf Twitter: @kermit_t_f

4 Kommentare

  1. Hallo Jan,

    ein sehr schöner und guter Beitrag. Danke.
    Gibt es so etwas auf für Linux?

    Gruß Markus

    • Danke für die Blumen!
      Tja, Linux, da sprichst du etwas an. Leider gibt es dort imho nach wie vor nicht so umfangreiche Software, wie es für Windows der Fall ist.
      Linrad habe ich bisher nicht getestet. Dafür finde ich GQRX sehr schön mit durchaus interessanten Funktionen. Wie SDR-Radio v3 in einem relativ frühen Entwicklungsstadium wäre noch CubicSDR, wo das UI auf jeden Fall schon mal sehr vielversprechend aussieht.
      sdrangelove habe ich mir bisher auch noch nicht näher angesehen.
      An Programme wie SDR# oder SDR-Radio kommen sie aber meiner Meinung alle nicht ran, aber das ist sicherlich auch Geschmackssache. Im Zweifelsfall bliebe noch der Weg über die Virtualisierung, mit entsprechenden Einbußen bei der Performance.

    • Hi Markus,

      unter Linux finden Entwickler in Sachen SDR alles was sie brauchen. Für Endanwender sieht es aber leider schlecht aus. Das was Jan dazu zusammengefasst hat, deckt sich leider mit meinen Erfahrungen.

      Gruß,
      Silvio

  2. Danke Euch für doch ein paar guten Tipps.

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