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100 Jahre Erstflug der Junkers F 13

Vor 100 Jahren, genau am 25.Juni 1919, hob erstmals das Junkers Verkehrsflugzeug F 13 vom Dessauer Boden ab. Chefkonstrukteur Otto Reuter hatte seinen Auftraggeber Hugo Junkers nicht enttäuscht. Die Entwicklung und der Bau der einmotorigen Maschine in Ganzmetallbauweise erfolgte zunächst in Dessau, später auch in Fürth und war bis dahin einmalig in der zivilen Luftfahrt. Zwei Besatzungsmitglieder und 4 Passagiere hatten in der Maschine bequem Platz, die Reichweite lag um die eintausend Kilometer. Etwas mehr als 300 Maschinen des Typs F 13 wurden hergestellt.

Gegenwärtig existieren noch 5 Originalmaschinen F 13 in Europa und können im Közlekedési Múzeum in Budapest, dem Musée de l’air et de l’espace bei Paris, dem Tekniska museet Stockholm, dem Deutschen Museum in München und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin besichtigt werden. Wer sich für die F 13 interessiert, der Weg in die ausstellenden Museen aber zu weit ist, hat anlässlich des Dessauer Flugplatzfestes vom 09.06.2019 bis zum 10.06.2019 (Pfingsten) die seltene Gelegenheit der Besichtigung des flugfähigen Nachbaus der F 13 oder eines Mitfluges in anderen historischen Flugzeugen.

6 Amateurfunk-Klubstationen werden 2019 den Äther verstopfen

Zum 100. Jahrestag des Erstfluges der “Junkers F 13“ haben die Flieger-Funk-Runde e.V. und die DARC-Ortsverbände in Dessau (W18), ZAB Dessau (W22), Elbe-Elster (Y43) und Mittweida (S44) ausgewählte Klubstationsrufzeichen bei der Bundesnetzagentur in Dortmund beantragt. Ebenso für alle beteiligten Ortsverbände den gemeinsamen Sonder-DOK „JUF13“. Die Rufzeichenzuteilung durch die Bundesnetzagentur ist bereits erfolgt. Die Rufzeichen und der Sonder-DOK sind befristet für den Zeitraum vom 01.01.2019 bis zum 30.06.2019.

Beantragt sind, symbolisch für die noch 5 vorhandenen Originalflugzeuge und deren gegenwärtige Standorte, die nachfolgend aufgeführten Klubstationsrufzeichen:

  • DF13BUD – für Budapest. Beantragt von DL1RUN, verantwortlich sind die Funkamateure des OV S44 und die Mitglieder der Flieger-Funk-Runde
  • DF13PAR – für Paris. Beantragt von DM7MA, verantwortlich sind die Funkamateure des OV W22
  • DF13STO – für Stockholm.  Beantragt von DL1HZM, verantwortlich sind die Funkamateure des OV W18
  • DF13MUC – für München. Beantragt von DL8UUF, verantwortlich sind die Funkamateure des OV im         Landkreis Elbe Elster (Y43) und die Mitglieder der Flieger-Funk-Runde e.V.
  • DF13BLN – für Berlin. Beantragt von DL4HTE, verantwortlich sind die Funkamateure im OV W22

Zusätzlich zu den fünf Museumsstandorten wurde das Rufzeichen DF13DEJU – für Dessau und Junkers von DM2TO beantragt. Verantwortlich sind die Funkamateure im OV W22. In unmittelbarer Nähe ihrer Klubstation befindet sich der historische Flugplatz des Erstfluges der F 13. Einen Steinwurf von dort entfernt ist das Dessauer Technikmuseum „Hugo Junkers“. Dort steht u.a. ein originalgetreuer Nachbau dieses Flugzeuges und eine Ju52/3m.

Museen und Dessauer Freunde in Vorbereitungen einbezogen

Zeitgleich mit der Beantragung der Klubstationsrufzeichen bei der Bundesnetzagentur in Dortmund wurden die Museen in Budapest, Paris und Stockholm in ihrer jeweiligen Landessprache angeschrieben. Wir stellten unsere Pläne für das 1. Halbjahr 2019 vor und baten um Unterstützung bei der Beschaffung von Bildmaterial für unsere Internetseite.

Die ersten Antworten ließen nicht lange auf sich warten. Die Freunde aus Budapest stellten uns nur zwei Tage später Informationen und Bilder von ihrem Közlekedési Múzeum zur Verfügung und berichteten, dass dieses Museum gegenwärtig umgestaltet und deshalb geschlossen ist. Dafür sei die dort befindliche Junkers F 13 in einem außerordentlich guten Zustand.

Das Tekniska Museet Stockholm stellte uns Fotos der dort befindlichen F 13 zur Verfügung. Außerdem wurden wir darüber informiert, dass in Brasilien auch noch eine Maschine dieses Typs existiert.

Das Deutsche Technikmuseum in München hat uns die Erlaubnis erteilt, die im Museum befindliche Amateurfunkstation für unsere Funkaktivitäten vor Ort zu nutzen. Dieser Einladung werden wir selbstverständlich mit Freude nachkommen.

Auch das Deutsche Technikmuseum in Berlin hat uns Unterstützung durch Text- und Bildmaterial der dort in Restauration befindlichen F 13 gegeben.

Die Antwort aus Paris steht noch aus. Dort wird derzeit das Museum umgebaut und die F 13 ist sicher eingelagert.

Einen besonderen Fisch haben wir uns mit dem Wittenberger Werner Schmidt ins Boot der Vorbereitungen geholt. Er ist Leiter der Arbeitsgruppe “Themenkreis” im „Förderverein Technikmuseum Hugo Junkers Dessau e.V.“ Werner folgte unserer Einladung und saß am 23.09.2018 mit uns am ersten gemeinsamen Beratungstisch der Flieger-Funk-Runde e.V. und der Ortsverbände Dessau W18 und W22, Mittweida S44 sowie Elbe-Elster Y43. Ort des Geschehens war die Klubstation des Dessauer Ortsverbandes W22  an der alten Landebahn in Dessau-Roßlau. Kannten wir uns im Zuge der Aktionsplanung bisher nur über Funk, Telefon und per E-Mail, sollten nunmehr die Vorbereitungen persönlich besprochen werden. Werner war sehr angetan von unserer Idee und auch sichtbar stolz darauf. Von ihm erhielten wir Bild und Schriftmaterial sowie wertvolle Informationen über die Geschichte der Junkers F 13.

Ohne Moos nix los

Zunächst war die Frage der Finanzierung zu klären. Der Ortsverbandsvorsitzende von W 22, Thomas Schmidt, DM2TO, legte einen Kostenplan vor. Den Löwenanteil macht der Druck der erforderlichen QSL-Karten mit rund 500 Euro aus. Die Lizenzgebühren mit jeweils 110 Euro pro zu beantragendem Klubstationsrufzeichen betragen insgesamt 660 €. Die Bausätze für die Bastelstraße zum Flugplatzfest im Juni schlagen mit 120 Euro zu Buche.  Energie, Fahrkosten u.a. lassen die benötigte finanziellen Mittel bis auf geschätzte 1.600 Euro steigen.

Spontan haben Hans DL8UUF, Karsten DL1RUN, Gert DM7MA, Herdis DL1HZM und das Technikmuseum Dessau die Übernahme der Kosten für das jeweilig beantragte Klubstationsrufzeichen zugesagt. Die Kosten für den Druck von QSL-Karten, also die Funkkontaktbestätigungen in Form einer schönen Karte in Postkartengröße, werden von der DVV mbH Stadtwerke Dessau übernommen. Weitere Unterstützung kommt vom Ortschaftsrat Dessau-Kleinkühnau und ortsansässigen Firmen.

Dessauer Flugplatzfest 2019

Das Fest steht unter dem Motto 100 Jahre Erstflug Junkers F 13. Die ortsansässigen Vereine sind mit voller Kraft an der Vorbereitung dieses schönen Ereignisses. Das offizielle Programm sieht viele Attraktionen und einzigartige Flugshows vor. Unter anderem wird ein Nachbau der Junkers F 13 zu sehen sein.

Natürlich sind wir zum Flugplatzfest am 09. und 10. Juni 2019 mit dabei. Die Unterkünfte haben wir bereits gebucht. Die Tage bieten eine gute Gelegenheit unser Hobby interessierten Gästen zu präsentieren. Unter anderem wird alte und neue Amateurfunktechnik ausgestellt, über das Thema Notfunk informiert und eine Bastelstraße aufgebaut.

In der Nähe des Flugplatzes werden Füchse versteckt. Die sollen den nach Deutschland wieder eingewanderten Isegrim keine Gesellschaft leisten. Nein. Vielmehr handelt es sich dabei um kleine Amateurfunksender. Diese senden auf bestimmten unterschiedlichen Frequenzen Morsezeichen in regelmäßigen Abständen aus. Mit Hilfe von Funkpeilempfängern gilt es diese Füchse zu finden. Als Beweis für den Fund sind unterschiedliche Stempel bei den Füchsen hinterlegt. Wer den Stempelabdruck auf seinem Notizblatt mit ins Ziel bringt hat den Nachweis erbracht, dass er diesen Amateurfunkfuchs gefunden hat. Sieger ist, wer in der kürzesten Zeit die meisten Füchse gefunden hat.

Amateurfunk auf allen Bändern

Zehntausend Funkverbindungen sollen im besagten ersten Halbjahr 2019 durch oben genannte Akteure in ihrer Freizeit getätigt werden. Alle gesetzlich erlaubten Amateurfunkfrequenzen werden genutzt um das hundertjährige Jubiläum des Erstfluges der Junkers F 13 in der ganzen Welt bekannt zu machen und zu würdigen.

Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden. Vom kleinen UKW-Handfunkgerät mit Reichweiten über unsere Landesgrenzen hinweg, über Kurzwellenfunkstationen mit Reichweiten um den gesamten Globus und Amateurfunk über Satelliten.

Sogar ein Parabolspiegel mit 10 m Durchmesser wird genutzt, um Signale von Dessau zum Mond und von dort zurück in entlegene Länder unseres Planeten zu senden und Antworten darauf zu empfangen.

Wie unser Mond, so können sogar Sternschnuppen als Reflektionskörper für elektromagnetische Wellen genutzt werden. Auch das ist im Rahmen unserer Aktion vorgesehen. Für den Laien klingt das nach Hokuspokus oder wie im Märchen. Für Funkamateure mit ihrer speziellen Ausbildung und den vorhandenen technischen Möglichkeiten ist das eine Selbstverständlichkeit.  Unser vielseitiges Hobby ist nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, sondern zugleich Völkerverständigung, Erfolgserlebnis, technische Herausforderung und Ansporn.

Das Amateurfunkdiplom „100 Jahre Erstflug F 13“

Als Anreiz für Funkverbindungen mit den 6 zugeteilten Klubstationsrufzeichen wird durch die Fliegerfunkrunde e.V. und den Ortsverbänden S44, W18, W22, und Y43 gemeinsam ein kostenloses und vom DARC e.V. anerkanntes Diplom als PDF-Datei herausgegeben.

Das Diplom kann von allen lizenzierten Funkamateuren und Kurzwellenhörern beantragt werden. Voraussetzung, um dieses Diplom zu erhalten, sind 100 erreichte Punkte. Jede Verbindung wird pro Band in den Betriebsarten Morsetelegrafie, Sprechfunk und Digital mit jeweils 10 Punkten gewertet. Wird mit den Klubstationsrufzeichen aus einem Luftfahrzeug gefunkt, zählt jede Verbindung mit ihnen jeweils 20 Punkte.

Alle Amateurfunkverbindung werden mit einer besonderen QSL-Karte bestätigt. Jedes Klubstationsrufzeichen hat dabei ein anderes Kartenmotiv der F 13 auf seiner Vorderseite. Die Rückseite der Karte enthält neben technischen Einzelheiten auch Angaben über Datum, Zeit und Dauer der Funkverbindung, die benutzte Frequenz sowie den Namen des Funkamateurs. Der Versand der Karten und der Diplome erfolgt nach Abschluss dieser Aktion ab Juli 2019 über den DARC.

Internetseite eingerichtet

Die Beantragung des Diplomes erfolgt ausschließlich auf der Internetseite www.juf13.de. Dort können auch Informationen zur Geschichte der Junkers F 13 nachgelesen werden. Gegenwärtig arbeiten wir noch an ihrer Fertigstellung. Die Freischaltung erfolgt Mitte Dezember 2018.

Weitere Informationen findet man auch auf der Homepage der Flieger-Funk-Runde.de www.ffrev.de

Keine Angst

Der sogenannte Äther wird nicht verstopft. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Der „Äther“ ist der Bereich unserer Atmosphäre, in welchem unsere gesendeten elektromagnetischen Signale reflektiert werden und anderswo auf der Erde empfangen werden können. So entstehen unsere Funkkontakte mit anderen Menschen per Morsetelegraphie, Sprechfunk oder digital mittels eines an der Funkstation angeschlossenen Computers.

Den Unterstützern schon heute ein großes Dankeschön

Sponsoren sind der Garant für den Erfolg unserer Initiative F 13. Ganz besonders möchten wir uns deshalb bei Werner Schmidt, Leiter der Arbeitsgruppe “Themenkreis” im „Förderverein Technikmuseum Hugo Junkers Dessau e.V.“ bedanken. Noch ein ganz großes Dankeschön an den Sponsor für die benötigten QSL-Karten, der Dessauer Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH. Desgleichen an die beteiligten europäischen Museen für die Hilfe und Bereitstellung von Fotos und Informationen.

Um es nicht zu vergessen, Hilfe und Unterstützung haben wir auch von der Flugplatz Dessau GmbH, dem Ortschaftsrat Dessau-Kleinkühnau und dem Flugplatzstammtisch erhalten. Vielen Dank dafür!

Wir würdigen ausdrücklich die angenehme Zusammenarbeit mit dem DARC e.V., der Redaktion der CQDL, der Bundesnetzagentur und der Sax-Druck Chemnitz. Bitte macht weiter so!

Hans-Jürgen Krauß
DL8UUF
1. Vorsitzender der Flieger-Funk-Runde e.V.

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