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Alexa Skills für Funkamateure

Vor ein paar Tagen ist ein Echo Plus* und ein Echo Dot* der zweiten Generation in meinen Haushalt eingezogen. Bei den Geräten der Echo-Serie handelt es sich um kleine sprachgesteuerte Computer aus dem Hause Amazon. Mittels Sprachassistentin Alexa, können die Echos allerlei nützliche Dinge. Das Gerät kann beispielsweise Musik, Radiosender und auch die Hörbücher aus meiner Audible-Bibliothek abspielen. Im Echo Plus ist zusätzlich ein Smarthome-Hub integriert, mit dem ich die Steuerung der Beleuchtung zentral verwalten kann.

Einige Leser werden jetzt sagen, dass das eine Spielerei ist, die niemand braucht und sich diese Technologie nicht durchsetzen wird. Das sehe ich absolut anders, und ich bin überzeugt davon, dass es in sieben bis zwölf Jahren Normalität sein wird, dass wir Computer mit einem Voice-User-Interface bedienen. Als ich im Jahr 2002 das erste mal auf einem Nokia 7110 in Kombination mit meinem Palm m505 mobil E-Mails gelesen habe, hatte ich ähnliche Sprüche gehört. Mobiles Internet braucht kein Mensch, haben sie damals gesagt. Klar war das damals umständlich via Infrarot-Schnittstelle und Interneteinwahl über CSD. Aber als es Apple dann im Jahr 2007 geschafft hat, endlich ein IPhone mit 3G auf den Markt zu bringen, wurden Smartphones salonfähig und wenige Jahre später sind sie in der breiten Masse angekommen.

Zurück zum Thema, denn bis hierher hat das noch nicht viel mit Amateurfunk zu tun. Der Funktionsumfang von Alexa kann mit Skills erweitert werden. Diese Skills lassen sich, ähnlich wie Smartphone Apps, über die Amazon-Webseite installieren. Und so wie es nützliche Apps für Funkamateure gibt, könnte es auch nützliche Skills für Funkamateure geben. Ich habe den Alexa-Store* mal nach Skills durchsucht, die für Funkamateure interessant sein können. Aktuell findet sich da leider noch nicht ganz soviel, aber ich habe immerhin die folgenden drei kostenlosen Skills gefunden.

Amateurfunk*

Beim Skill mit dem Namen Amateurfunk handelt es sich um einen sogenannten Fact-Skill. Fact-Skills enthalten Fakten und interessante Aspekte zu einem bestimmten Thema. Im Skill gibt es also ein paar informative Dinge zum Thema Amateurfunk zu erfahren. Der Skill ist unterhaltsam, bietet aber im Alltag nicht den großen Nutzen für mich. In geselliger Runde, am OV-Abend beispielsweise, kann man diesen Skill aber durchaus mal anwerfen.

Ich habe den Skill ausprobiert und dabei ein Livevideo gedreht. Hier die ist die Aufzeichnung von der Demonstration des Alexa Skills Amateurfunk.

Amateurfunk Landeskenner*

Wer die Landeskenner alle auswendig kennt, braucht diesen Skill nicht. Doch wer sich grade auf die Amateurfunkprüfung vorbereitet oder über einen eher seltenen Präfix stolpert, der kann den Skill Landeskenner danach fragen. Der Skill versteht meist recht gut, was man sucht und akzeptiert den Präfix, den buchstabierten Präfix oder das Land als Eingabe.

Alexa, frage Landeskenner nach YK.
Alexa, frage Landeskenner nach Yankee Kilo.
Alexa, frage Landeskenner nach Syrien.

Ich habe das mit einigen Präfixen und Ländern ausprobiert und haben den Skill für brauchbar befunden. Es klappt in den meisten Fällen wirklich sehr gut, aber eben leider auch nicht immer. Beim Blick in das Dashboard unter alexa.amazon.de habe ich dann noch entdeckt, dass der Skill auch Informationen zur CQ- und ITU-Zone liefert. Diese Informationen werden nicht als Sprache ausgegeben, aber dann vielleicht später auf dem Display des Echo Show* oder Echo Spot ausgeben.

Weltraumwetter*

Beim Skill Weltraumwetter handelt es sich um einen Flash-Briefing Skill, der einen Weltraumwetterbericht liefert. Die vom Skill genutzten Daten werden stündlich aktualisiert und geben Auskunft über die Sonnenaktivität, den Kp-Index , die Höchstwerte des Interplanetaren Magnetfelds sowie die südliche Auroragrenze.

Ein Flash-Briefing lässt sich leider nicht einzeln starten, sondern nur in Kombination mit der täglichen Zusammenfassung. Das ist etwas schade, denn immer wenn ich nur das Weltraumwetter hören will, werden meine anderen Flash-Briefings ebenfalls vorgetragen. Aber da die Reihenfolge der Flash-Briefings änderbar ist, gibt es zumindest einen Workaround indem das Weltraumwetter als erstes abgespielt wird.

Weitere Skills bzw. eigene Skills?!

Die bisher verfügbaren Skills sind schon mal ein Anfang, aber da geht noch mehr. Ein Blick über den Teich verrät, dass auch Dinge wie Rufzeichen-Abfragen möglich sind. Auch in Deutschland, wäre das technisch bereits denkbar und für einen guten Programmierer wohl auch schnell umzusetzen. Allerdings erinnere ich mich noch gut an den Aufschrei, den es gab, als jemand die Rufzeichen-PDF zu einer Google-Karte umgewandelt hat. Dabei wäre es doch praktisch beim Digimode QSO einfach in den Raum zu rufen, “Alexa, frage das Rufzeichen DM9KS ab.” Als Antwort kommt dann der Name aus der Datenbank. Im Prinzip genauso wie es bei der Rufzeichensuche der Bundesnetzagentur geht, nur eben mit dem Unterschied, dass kein Bildschirm und keine Tastatur für die Interaktion mit der Webseite nötig sind. Falls die Bundesnetzagentur irgendwann mal eine Programmierschnittstelle (API) zu dieser Datenbank schaffen würde, wäre es sogar noch einfacher so etwas zu entwickeln. (Eine solche Schnittstelle ist aber seitens der Bundesnetzagentur nicht geplant.)

Ich weiß, dass einige Funkamateure auch im Jahr 2017 noch Angst vor Computern und dem Internet haben, aber auch die selbstgebauten Gedankengefängnisse einiger Lizenzinhaber werden nicht verhindern, dass sich die Welt und damit auch der Amateurfunk weiterentwickelt und verändert.

Aber keine Sorge, ich käme nicht auf die Idee einen Skill zu entwickeln, der mich in juristische Verfahren verwickelt. Dafür ist mir meine Lebenszeit einfach zu schade.

Bisher habe ich ganz harmlose, aber dennoch nützliche Projekte. Eine meiner ersten Ideen zielte darauf ab, den Rotor am Optibeam des KiwiSDR abzufragen. Das folgende Video zeigt, wie das dann später aussehen könnte.

Beim Skill Rotorstatus warte ich noch auf eine offizielle Freigabe von Frank, HB9FXQ. Sobald diese vorliegt, werde ich ihn weiterentwickeln und öffentlich verfügbar machen. Dann kann jeder über den Echo abfragen in welche Richtung der Optibeam grade zeigt, oder ob der Empfänger grade öffentlich verfügbar ist.

Die nächste Idee war ein Skill für den wöchentlichen Rundspruch des Deutschen Amateur Radio Clubs. Dieser Skill funktioniert bereits ganz gut und die Aufnahme in den Alexa-Store wurde beantragt.

Was als nächstes kommt, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen. Aber Skills für die Repeatermap, den OpenSpot oder zum Brandmeister-Netzwerk wären interessant und dank verfügbarer Programmierschnittstellen vermutlich recht schnell zu entwickeln. Wenn man sich auf den Gedanken einlässt, könnte Alexa eine nützliche Assistentin im Shack werden.

Wie ist deine Meinung zu Thema Sprachassistenten? Was müsste ein Skill können, damit er für dich nützlich wär?

1 Kommentar zu “Alexa Skills für Funkamateure

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