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APRS – Ein Überlick für Einsteiger

Dieser Artikel ist der Auftakt zu meiner Artikelserie über APRS. Der Beitrag soll einen kurzen Überblick über das Thema bieten und Neulingen die grundlegenden Funktionen von APRS erläutern. 

APRS steht für Automatic Packet Reporting System und ist eine spezielle Form von Packet Radio. Es wurde in den achtziger Jahren von Bob Bruninga (WB4APR) entwickelt. Das für APRS verwendete Übertragungsprotokoll ist AX.25. AX.25 ist ein für den Amateurfunk entwickeltes Protokoll, welches seine Wurzeln in der X.25 Protokollfamilie hat.

Bei APRS handelt es sich um ein lokales dezentrales Mehrbenutzer-Netzwerk. Jeder Funkamateur kann Informationen in dieses Netzwerk einspeisen und es zur Kommunikation nutzen. Mit APRS ist es möglich Positionsdaten, Wetterinformationen, Telemetriedaten und Textnachrichten zu übermitteln. Diese übertragenen Daten werden dann von anderen Stationen gelesen bzw. gehört. Weiterhin ist es möglich E-Mails ins Internet oder Nachrichten an Funkruf-Pager zu senden.

In Deutschland findet der terrestrische APRS-Funkbetrieb üblicherweise im 2-Meter-Band auf der Frequenz 144,800 MHz statt. Auf dieser Frequenz arbeiten dann sämtliche Stationen, also auch IGates (Internet-Gateways) und Digipieater. Digipeater stehen an exponiertern Standorten und leiten die empfangenen Pakete abhängig von den Pfadeinstellungen weiter. Dadurch wird eine höhere Reichweite für mobile Stationen ermöglicht. IGates leiten die empfangenen Pakete dann ins Internet weiter. Dieser Datenstrom steht dann in Rohform via Telnet oder hübsch aufbereitet auf www.aprs.fi zur Verfügung. Ursprünglich wurde die Betriebsart nur im 2-Meter-Band benutzt. Inzwischen findet auch APRS-Betrieb auf Kurzwelle und anderen Bändern statt. Darüber hinaus sind einige Amateurfunk-Satelliten und sogar die ISS  mit APRS-Digipeatern ausgestattet.

Um mit APRS QRV zu werden, wird nicht viel Equipment benötigt. Die Mindestausstattung besteht aus einem Computer inklusive Soundkarte, einem FM-Transceiver für das 2-Meter-Band und einem einfachen Soundinterface. In dieser Konstellation kann man mittels eines Soundmodems relativ schnell QRV werden. Alternativ kann man auch ein richtiges Modem oder noch besser einen TNC für Packet-Radio verwenden. Wer mobil mit APRS unterwegs sein möchte, für den empfiehlt sich natürlich noch ein GPS-Empfänger, denn irgendwoher müssen die Positionsdaten ja kommen. Selbstverständlich lassen sich auch Transceiver mit integriertem GPS+TNC nutzen.

Wer APRS als Client unter Windows nutzen möchte, der wird an UI-View vermutlich nicht vorbeikommen. Eine ausführliche Installationsanleitung für UI-View gibt es hier. Unter Linux ist Xastir der bisher einzige grafische Client, den ich gefunden habe.

Zum Abschluss des Artikels möchte ich euch, die Internetseite www.aprs-dl.de empfehlen. Dort findet ihr ausführliche Informationen zum Thema APRS.

3 Kommentare

  1. Pingback: Wie du ein APRS iGate auf einem Raspberry Pi installierst › HAMSPIRIT.DE

  2. Ich nutze unter Windows ‚APRSIS32‘: http://aprsisce.wikidot.com/downloads – eine Weiterentwicklung von UI-View. UI-View ist absolut gruselig aus UX-Sicht. Die Daten kommen aus meinem 817 und gehen via Soundinterface in die Soundkarte, dort werden die Signale mit Direwolf decodiert. Dann via Kiss an :8001 und los geht’s… 🙂

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