Antennen

Aus meiner Antennenbastelwerkstatt

Ich möchte diesmal kurz ein paar Antennen vorstellen und beschreiben, die ich im Laufe des letzten Jahres gebastelt habe. Diese sind als Anregungen für eigene Experimente zu verstehen (Links zu Seiten zur Bemessung oder zu Nachbauanleitungen füge ich nach Möglichkeit bei), und nicht als nachbausichere „Kochrezepte“ – der Aufwand ist aber immer sehr gering, so dass auch „Fehlschläge“ kein großes Problem darstellen (im Gegenteil, aus Fehlschlägen lernt man 🙂

Nachbau der Miracle Whip „Miniaturantenne“ für Kurzwelle

Ich habe diese Antenne (die auch als Miracle Ducker verkauft wird) in Anlehnung an den Originalnamen „No Wonder Whip“ genannt – es ist nämlich KEINE Wunderantenne – die Ergebnisse entsprechen auch hier den Gesetzen der Natur, und das heißt, ganz grob gesagt, „kleine Antennen gehen auch, aber viel schlechter als große Antennen“…

Schaltplan der Miracle WHip

Aufbau des Originals

Im Original wird zur Anpassung des relativ kurzen Teleskopstabs ein „Spartransformator“ in Form einer Ringkernspule mit Schleifkontakt verwendet, alles schön vergoldet, damit man den hohen Preis rechtfertigen kann (ca. 200 US$!).OrigWhip2

Das ist natürlich wenig nachbau-geeignet – ich habe daher ein (niederohmiges) Drahtpotentiometer mit vielen Windungen genommen – so ein Drehwiderstand wirkt bei Hochfrequenz nämlich nicht mehr als ohmscher Widerstand, sondern als Spule, also induktiv, aufgrund der großen Drahtlänge und der vielen Windungen…

Ich hab dem Ganzen noch einen Drehko spendiert (billiger Foliendrehko aus der Bastelkiste), das ist aber nicht unbedingt notwendig. Außerdem hab ich eine kleine Messbrücke (nach AA5TB) eingebaut, damit man die Antenne nicht nur „nach Gehör“ abstimmen kann, sondern auch visuell mit Leuchtdidode (ich verwendete eine „Superbright“ LED, die man auch im Tageslicht gut sieht, auch wenn sie nur schwach glimmt). Hier der Schaltplan als „handgezeichnetes Kunstwerk“ :NoWonder

MessbrückeÜber Bananenbuchsen kann man anstelle des Teleskopstabs auch ein paar Meter Draht anhängen, ebenso ein Stück Draht als Gegengewicht (was sich auch beim Betrieb mit dem Teleskop empfiehlt, vor allem auf 30 und 20 m).

Logisch, dass weder die „Drehinduktivität“ noch die Messbrücke große Leistungen vertragen – das Ganze ist für max. 5-10 W konzipiert, und kann direkt an die hintere Antennenbuchse eines FT-817 geschraubt werden.

Ergebnis? Die Antenne lässt sich von 30m bis 6 m exakt (auf VSWR 1:1.0) abstimmen (das wurde auch mit einem VNA überprüft), und es konnten auch Verbindungen (vor allem in digitalen Betriebsarten) getätigt werden – die weiteste Gegenstation war etwa 1300 km weit weg. Nicht die Superantenne schlechthin, aber leicht mitzunehmen, und sehr viel besser als keine Antenne….

So sieht meine No Wonder Whip Antenne aus:

Falls sich jetzt jemand fragen sollte, was ich daheim für Kurzwelle verwende: Eine Antenne nach dem selben Prinzip, wie sie von Anton Bärtschi, HB9ASB, verwendet wird – den Blitzableiter! Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht- mit nur 5 Watt über 11.000 km zu überbrücken, aus der dicht bebauten Stadt heraus, ist doch nicht schlecht. Man hat (aufgrund der guten Erdung) auch keine Probleme mit statischer Elektrizität, und die Störquellen im Haus sind durch die Wände gut abgeschirmt, was zu einer ziemlich „ruhigen“ Antenne führt.

Zirkular polarisierte Rundstrahlantenne für 70 cm

Lindenblad

Eine Lindeblad Antenne in ihrer ursprünglichen Bauform, hier von F1AGW (hier die Beschreibung).

Für den Empfang von Satelliten auf niedrigen Umlaufbahnen sind zirkular polarisierte Antennen optimal. Außerdem sollten sie Rundstrahlcharakteristik aufweisen, wenn man sich die Nachführung einer Richtantenne ersparen will. Ein einfacher horizontal liegender Kreuzdipol geht nicht so gut, da er nur in der Richtung des Zenits zirkular polarisiert ist – entlang des Horizonts ist er horizontal polarisiert.

Parasitär erregte Lindenblad Antenne

Parasitär erregte Lindenblad Antenne

Ich habe versuchsweise zu diesem Zweck mit einfachsten Mitteln eine sogenannte Lindenblad-Antenne gebaut (im Wesentlichen nach der Beschreibung von Anthony Monteiro, AA2TX). Die grundsätzliche Bauform der Lindenblad Antenne vier schräg gestellte Dipole) wurde um 1940 von Nils Lindeblad erfunden.

Im vorliegenden Fall handelt sich aber um eine parasitär erregte Antenne (d.h. gespeist wird eigentlich ein vertikaler Dipol, die rings herum angeordneten Lindenblad-Dipolelemente werden, wie Reflektoren und Direktoren bei einer Yagi, nur durch die starke Kopplung im Nahfeld erregt). Den vertikalen Dipol habe ich in ein Installationsrohr eingebaut, und auch die Träger für die schräg gestellten Dipole sind aus demselben Material, mit einem kleinen Trägerbrettchen aus Holz.

Eine solche Antenne kann man natürlich auch als Universalantenne für das betreffende Band verwenden, da sowohl FM Betrieb, direkt oder über Umsetzer (üblicherweise vertikal polarisiert) als auch SSB und CW Betrieb (meist horizontal polarisiert) möglich sind (in jedem Fall maximal 3 dB Verlust gegenüber einem Halbwellendipol, d.h. auf jeden Fall viel besser als die Gummistummelantenne. Für Sendebetrieb muss ich meine Antenne noch etwas optimieren (durch Veränderung der Länge des vertikalen Dipols) – auf Anhieb was das VSWR nur bei etwa 1:2.5.

Versuche, eine VK2ZOI Flowerpot Antenne „portabeltauglicher“ zu  machen

Eine einfache Vertikalantenne, als SIngle- oder Dual-Band Antenne zu gebrauchen, hat John, VK2ZOI, auf seiner Website beschrieben – diese Antennen wurden „Blumentopfantennen“ genannt, weil sie, verborgen in einem Rohr, als Pflanzenstütze in einem Blumentopf getarnt werden können (nicht uninteressant, wenn man Nachbarn hat, die dem Funk nichts abgewinnen können…).

Eigentlich handelt es sich um Dipolantennen, die mit einem Trick mittig gespeist werden (so dass die Außenfläche der Schirmung den unteren Dipolast bildet) – damit sieht die Antenne wie eine endgespeiste Antenne aus.

Ich bin mit dieser Antenne sehr zufrieden, weil sie auf beiden Bändern gute Ergebnisse liefert, und nicht sehr empfindlich reagiert, wenn sich Objekte im Nahfeld befinden. Ich beabsichtige, in einem späteren Beitrag noch einmal auf diese Antennenform zurückzukommen, auch im Vergleich zu den beliebten J-Antennen (J-Poles).

Auf den folgenden Bildern sieht man einige von mir gebaute Exemplare (jeweils als 2-Band Antenne für 2m und 70 cm). Dabei habe ich (mehr oder weniger erfolgreich) versucht, Bauweisen zu finden, die den Transport solcher Antennen (z.B. im Urlaubsgepäck) vereinfachen – zum einen dadurch, dass ein Teil der oberen Strahlerhälfte als Teleskopstab ausgebildet ist, oder durch Teilung der Antenne in zwei Häften, die mittels Koaxialsteckverbinder verbunden werden können. Wirklich zufrieden bin ich noch mit keiner dieser Methoden (die mechanische Verbindung der Steckverbinder mit den Rohren ist ein bisschen heikel). Die Suche nach der wirklich portabeltauglichen VK2ZOI Antenne geht also noch weiter 🙂

 

Funkamateur seit 1967 (Lizenzprüfung ohne Morsen) bzw. 1968 (Morseprüfung). 1st QSO 20.7.1968. Nach vielen sehr interessanten Berufsjahren in IT und Informationssicherheit (in sehr internationalem Umfeld) nun im Ruhestand, wo mehr Zeit bleibt für die diversen Hobbies. Neben dem Amateurfunk sind das u.a. Photographie, Malen, Singen, Reisen, Camping & Wandern.

2 Kommentare

  1. Pingback: Wochenrückblick KW 10 › HAMSPIRIT.DE

  2. Bin Antennengeschädigt ,höre gerne 80 mband und 40 mband. Was kann man für eine Antenne nehmen, die auch gut empfängt. Kann man soeine Antenne bei Ihnen Kaufen.Oder können Sie Mir solche Antenne herstelle ,gegen Bezahlung. Mit freundlichen Grüssen Klaus Voigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

banner