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Ein bisschen Meteorscatter gefällig?

Gerade eben ist der Höhepunkt des Geminiden Sternschnuppenschauers, und knapp vor Weihnachten kommen noch die (allerdings deutlich schwächeren) Ursiden. Vielleicht für den einen oder anderen Amateur eine Motivation, Meteorscatter „pings“ zu empfangen, als ersten Schritt zum Meteorscatter QSO?

Dies geht natürlich auf den dafür üblichen Amateurfunkbändern (6m, 2m): man stellt seinen Empfänger dazu am besten entweder auf die SSB Frequenzen 50,125 bzw. 144,200 MHz, oder auf die Frequenzen, die für die Betriebsart FSK441 benutzt werden: 50,260 bzw. 144,140 MHz. FSK441, Teil der WSJT-Betriebsmodi, ist die derzeit wohl am meisten benutzte Betriebsart für Meteorscatter. Schon mit relativ einfachen Antennen (Dipol auf 6m, kurze Yagi auf 2m) kann man mit FSK441 Stationen im Umkreis bis zu etwa 2000 km empfangen. Zum Senden sollte man die üblichen 100 W zur Verfügung haben, um sichere Verbindungen „zu landen“. Eine gute Einführung in das Arbeiten mit dieser Betriebsart bietet Andy Zwirko, K1RA. (Nachtrag: Joe Taylor, K1JT, hat inzwischen auch einen „schnellen“ JT9 Modus in WSJT eingebaut – JTMSK – der besonders für Meteorscatter optimiert ist, sie dazu seine diesbezüglichen Hinweise.)

Wer sich zum Einstieg nur mit dem Empfang begnügen möchte, kann dazu (einen geeigneten Empfänger und eine passende Antenne vorausgesetzt – ein SDR ist dazu sicher sehr gut geeignet, als Antenne sollte eine 2m Stationsntenne gut genug sein) auch die Signale des Weltraumradars GRAVES benutzen. Dieses französische Radarsystem sendet auf 143,050 MHz einen Dauerträger, der über Phasenarray-Antennen den Himmel „abtastet“. Meteoriten, aber auch andere Objekte (Flugzeuge, Satelliten, die ISS, der Mond) reflektieren das Signal und streuen es in alle Richtungen, und diese Reflexionen können dann in Europa gut empfangen werden. Anhand der Doppler-Abweichung erkennt man dann, welches Objekt das Funksignal reflektiert hat: der Mond oder Flugzeuge bewirken eine sich nur langsam ändernde Dopplerabweichung, bei Objekten in Erdumlaufbahn ändert sich die Abweichung schnell, und bei Meteoriten extrem schnell. Als Einstieg in den Empfang von Signalen des GRAVES Radars empfiehlt es sich, den Aufsatz von Rob Hardenberg, PE1ITR, zu lesen.

Funkamateur seit 1967 (Lizenzprüfung ohne Morsen) bzw. 1968 (Morseprüfung). 1st QSO 20.7.1968. Nach vielen sehr interessanten Berufsjahren in IT und Informationssicherheit (in sehr internationalem Umfeld) nun im Ruhestand, wo mehr Zeit bleibt für die diversen Hobbies. Neben dem Amateurfunk sind das u.a. Photographie, Malen, Singen, Reisen, Camping & Wandern.

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