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Erfahrungsbericht zum Hytera PD685 [Sponsored Post]

Hier folgt – wie versprochen – ein Bericht über meine Eindrücke über das DMR-Handfunkgerät PD685 von Hytera.

Die “äußeren Werte”

Beim Auspacken des PD685 fällt sofort die solide mechanische Verarbeitung des Geräts positiv ins Auge. Man erkennt auf Anhieb, dass dies ein Funkgerät ist, das ursprünglich für den harten Einsatz im Betriebsfunk bzw. Blaulichtfunk konzipiert wurde.

Add-Ons werden hier angeschraubt
Add-Ons werden hier angeschraubt

Ein solider und dennoch leichter Metallgussrahmen sowie Add-Ons, die mit verschraubten Steckern befestigt werden, zeugen davon. Das Gerät ist im übrigen auch wasserdicht (nach IP67). Mit einem Gewicht von knapp über 300 g ist es nicht gerade ein Leichtgewicht, aber auch nicht übermäßig schwer. Es gibt zwei Drehknöpfe, einer ist ein Kanalwahlschalter, der andere dient zum Ein- und Ausschalten und als Lautstärkeregler. Schnell fällt auf, dass der Kanalwähler, der 16 Positionen kennt, mit Anschlägen versehen ist, es sich also nicht um einen der üblichen Drehgeber handelt. Dies ist im Amateurfunk eher ungewöhnlich, rührt aber wohl auch von der kommerziellen Nutzung her, wo Blindbedienung möglich sein muss, und der “Standardkanal” wohl immer auf der Position 1 liegt; damit brauche ich den Kanalwähler nur bis zum Anschlag zurück zu drehen, um rasch dorthin zu gelangen.

Ein Blick ins (englischsprachige) Handbuch
Ein Blick ins (englischsprachige) Handbuch

Der Lieferumfang gleicht dem anderer Handfunkgeräte: Standardakku (1500 mAh), Ladeschale plus Netzteil, Antenne, Gürtelclip, Handschlaufe und ein knapp gehaltenes Handbuch. Das Kabel zum Programmieren muss man als Extra kaufen – aufgrund der speziellen angeschraubten Stecker wird man wohl auch nicht ohne Weiteres ein anderes Kabel verwenden können, und auch der Selbstbau eines solchen wird nicht ganz einfach sein.

Die “inneren Werte”

In meinem Fall handelte es sich um das Modell PD685Um, welches für den UHF-Bereich konzipiert ist (400-527 MHz), die mitgelieferte Antenne deckt den Bereich 400 – 470 MHz ab. Es gibt auch eine VHF-Version, aber DMR-Umsetzer im 2m-Band sind in Europa die Ausnahme, de facto spielt sich alles im 70cm-Band ab.

Eine rasche Suche im Internet (das Handbuch schweigt sich da aus) bringt weitere technische Daten der Funke ans Tageslicht: 1024 Kanäle können programmiert werden, die Ausgangsleistung beträgt 4 bzw. 1 W, und es fällt auf, dass in Bezug auf die erlaubten Umgebungsparameter eine Reihe von MIL-Standards eingehalten werden (Stoß- und Vibrationsfestigkeit, tolerierbare Luftfeuchtigkeit). Der Akku hat eine nominelle Spannung von 7,4 V und soll für einen Betrieb bis zu 16 Stunden im Digitalmodus gut sein. Das Ladegerät liefert 12V / 1A. Neben DMR-Betrieb ist natürlich auch analoger FM-Funk möglich.

Das PD685 liegt gut in der Hand
Das PD685 liegt gut in der Hand

Zwei Eigenschaften fallen sofort auf, die dieses Handfunkgerät vom kleineren Bruder PD365 unterscheiden, das Silvio an dieser Stelle schon einmal näher betrachtet hat: Die Antenne ist beim PD685 abnehmbar (und um Einiges größer). Außerdem braucht man ein 12V-Netzteil zum Laden, während das PD365 über eine USB-Schnittstelle geladen wird.

Die Antennebuchse
Die Antennebuchse

Die abnehmbare Antenne erlaubt natürlich Betrieb an einer KFZ- oder an einer Feststationsantenne, oder auch an einer größeren anschraubbaren Antenne mit höherem Gewinn, was für uns Amateure natürlich schon recht sinnvoll ist. Man muss allerdings aufpassen: die Antenne bzw. das Anschlusskabel muss einen SMA-Male-Anschluss aufweisen, die Antennenbuchse ist allerdings im Gehäuse versenkt angebracht, so dass nicht jeder SMA-Male-Stecker passen wird! Mein SMA-BNC-Adapter passte gut, aber die Stummelantenne eines anderen Funkgeräts passte nicht, da der untere Teil zu breit war.

Die Programmierung

Logischerweise muss man dem Gerät zuerst einmal einen Codeplug spendieren, und vorher die Firmware auf den aktuellen Stand bringen. Übrigens: den Firmware-Updater, sowie  das CPS, gibt es nur für MS Windows, andere Betriebssysteme werden nicht unterstützt. Man muss auch einen eigenen USB-Treiber installieren, damit das Programmierkabel erkannt wird.

Firmware Upgrade Software
Firmware Upgrade Software

Die grafische Benutzeroberfläche des Firmware Updaters wirkt ein wenig angestaubt und erinnert an ältere Windows-Tage. Das entsprechende Manual listet auf über 200 Seiten lediglich Modellnummern auf, für welche diese Software verwendet werden kann – mir war es in angemessener Zeit nicht möglich, die Modellnummer meines Gerätes in Erfahrung zu bringen, aber das Update hat dennoch geklappt! 🙂

Das Benutzerinterface des CPS ist dann doch sehr viel besser, man muss allerdings schon recht genau wissen, was man tut, da die Dokumentation nicht besonders umfangreich ist. Man erkennt auch hier den kommerziellen Hintergrund – da muss ja nicht der Endbenutzer die Programmierung vornehmen, sondern es gibt einen Administrator (der vermutlich durch einen einschlägigen Kurs gelaufen ist), der den Codeplug erstellt und die Geräte programmiert.

Die Customer Programming Software (CPS)
Die Customer Programming Software (CPS)

Auf diesem Hintergrund ist auch verständlich, warum man einzig “Kontakte” importieren und exportieren kann, aber sonst keine Teile des Codeplugs (da geht nur “alles oder nichts”). Im Amateurfunk wäre ein solcher “Teilimport” aber sehr wünschenswert (und im Prinzip haben wir das im Analogfunk, sogar geräteübergreifend, wenn man Software wie “Chirp” verwendet). Man könnte dann rasch und effizient z.B. die sinnvollen “Channels” für eine bestimmte Gegend importieren, wenn man auf Urlaub fährt. Ich denke, hier gibt es noch eine Nische für eine zukünftige Zusammenarbeit des Herstellers mit den Funkamateuren, bzw. könnte sich ein Hersteller, der in diesen Bereichen besser auf die Bedürfnisse der Amateure eingeht, einen nicht unbeträchtlichen Marktvorteil verschaffen.

Erfahrung im Betrieb

Die Sprachqualität ist sicher im Digitalmodus gewöhnungsbedürftig (was nicht spezifisch nur für dieses Gerät gilt) – einerseits völlig rauschfrei, andererseits eine Qualität, die ich als “Computerstimme” bezeichnen möchte. Man muss aber bedenken, dass ja aufgrund des Zeitmulitplexverfahrens nur die halbe Übertragungsbandbreite zur Verfügung steht, und dafür weist die Qualität auf jeden Fall eine sehr hohe Verständlichkeit auf.  Im FM-Betrieb ist die Tonqualität tadellos und entspricht dem, was wir von anderen hochwertigen Geräten gewöhnt sind.

Anfänglich etwas irritierend war für mich, dass das Display umschaltete, wenn ich gerade mitten in einem Menü war und plötzlich irgendwelche Stationen zu hören waren – man sieht dann während des Durchgangs die Anzeige wie im Normalbetrieb, dh. man sieht wer spricht, kann aber das Menü nicht mehr sehen. Ist der Durchgang zu Ende, befindet man sich aber noch an derselben Stelle im Menü und kann dort fortfahren, wo man stehen geblieben war (bzw. gezwungen war, stehen zu bleiben). Da wird man in der Praxis wohl auf einen unbenutzten Channel umschalten, bevor man etwas im Menü zu suchen beginnt.

Sehr schnell fiel positiv auf, dass die Batterielebensdauer – wie ja schon aus den Daten zu entnehmen war – auch im praktischen Betrieb sehr gut ist, sogar wenn man das Display dauerbeleuchtet.

Alles in allem macht das PD685 einen guten Eindruck. Die wenigen Kritikpunkte fußen in praktisch allen Fällen auf der Tatsache, dass diese Geräte ursprünglich für einen anderen Zweck konzipiert waren. Hier wäre es sicher begrüßenswert, wenn der Hersteller noch etwas mehr auf unsere amateurfunkspezifischen Wünsche einginge. Wir stellen zwar nur einen vergleichsweise kleinen Marktanteil dar, man darf aber nicht vergessen, dass alle Hersteller von Digitalfunkgeräten uns Amateure gerne als Referenz vorzeigen, da kein kommerzieller Betreiber ein solches weltumspannendes Netz betreibt wie wir Amateure.

Funkamateur seit 1967 (Lizenzprüfung ohne Morsen) bzw. 1968 (Morseprüfung). 1st QSO 20.7.1968. Nach vielen sehr interessanten Berufsjahren in IT und Informationssicherheit (in sehr internationalem Umfeld) nun im Ruhestand, wo mehr Zeit bleibt für die diversen Hobbies. Neben dem Amateurfunk sind das u.a. Photographie, Malen, Singen, Reisen, Camping & Wandern.

2 Kommentare zu “Erfahrungsbericht zum Hytera PD685 [Sponsored Post]

  1. Benjamin Zehnder

    Hallo lieber OM

    Ich habe Deinen Artikel mit Spannung gelesen. Der ist sehr gut, danke.
    Selber weis ich nicht wie ich erkennen kann welche CPS zu welchen Firmware passt und welche Treiber ich genau installieren muss, damit das Zusammenspiel der CPS der Firmware und des richtigen Treibers funktionieren.
    Kannst Du mir da grundsätzlich Auskunft geben.

    Ich danke Dir im voraus für Deine Bemühungen.

    Freundliche Grüsse Benjamin Zehnder HB3YSR Schweiz

  2. Pingback: Hytera MD785 – Ein robustes Mobilfunkgerät für DMR-Enthusiasten [Sponsored Post] › HAMSPIRIT.DE

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